(DIE LINKS STELLEN QUERVERBINDUNGEN ZU ANDEREN FÄCHERN DAR)
Für die meisten Schüler endet mit diesem Jahr die Vollzeitschulpflicht. Die eigene
Verantwortung für ihr Leben wird ihnen immer stärker bewusst. Sie haben eine erste
Entscheidung über die Berufswahl getroffen, bei ihren Bewerbungen Erfolg oder
Enttäuschung erlebt, die oftmals harte Realität erfahren. Viele akzeptieren strengere
Anforderungen an Sorgfalt und Zuverlässigkeit ihres Arbeitens. Einige wollen die
Wirklichkeit nicht sehen, lassen sich treiben, schieben Entscheidungen vor sich her.
Als Jugendliche mit oft beachtlichen Freiheiten im außerschulischen Leben wollen sie
als eigene Persönlichkeiten anerkannt werden. Sie sind dem verständnisvoll-sachlichen
Gespräch gegenüber aufgeschlossen, wenn auch immer noch stark von der
Gleichaltrigengruppe bestimmt.
Die Schularbeit wird immer stärker von der Vorbereitung auf die Prüfung zum
qualifizierenden Hauptschulabschluss bestimmt. Erstmals erfahren die Schüler bewusstes,
planmäßiges Lernen auf eine Abschlussprüfung hin, teils in Eigenarbeit, teils in der
Lerngruppe. Sie erleben den Lehrer als "Trainer", der ihnen mit Rat und Hilfe
zur Seite steht.
Als die Ältesten im Haus wissen sich die Schüler der gesamten Schule verpflichtet, sei es durch Mitwirkung bei Veranstaltungen, die Übernahme von Vertrauensämtern, die Betreuung Jüngerer, sei es bei der Pflege von Außenkontakten der Schule. Katholische Religionslehre (Jahrgangsstufe 9)
Leitmotiv: Individualität und soziale Verantwortung - als Christ in dieser Welt
leben
9.1 "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - einander achten und helfen
Die Beachtung der Menschenwürde und der Menschenrechte gehört zu den grundlegenden
Fundamenten unserer Gesellschaft. Indem sich die Schüler die Entwicklung des Menschen in
seinen verschiedenen Lebensstadien bewusst machen, sollen sie ein Gespür für den Wert
und die Würde des Menschseins entwickeln. Sie sollen auf die biblische Botschaft, dass
jeder Mensch von Gott gewollt und geliebt ist, aufmerksam werden und versuchen, dies zu
verinnerlichen. Die Erkenntnis, dass das Eintreten für die Menschenwürde und für das
Recht auf Leben zum Grundauftrag der Christen gehört, kann ihnen helfen, Leitlinien zum
Schutz des menschlichen Lebens zu finden und diese umzusetzen.
9.1.1 Jeder Mensch einmalig und unverwechselbar - Geschöpf und Abbild Gottes
- das Leben des Menschen (z. B. Biographien, Lebensstadien und -entwicklungen; sich als freie und eigenverantwortliche Person entfalten; Menschenwürde und Menschenrechte)
- von Gott gewollt und geliebt (biblische Aussagen reflektieren und meditieren: z. B.
Gen 1,26f.; 2,7; Ps 8,5-10; 139,13-16)
9.1.2 Damit das Leben ein Geschenk bleibt - den Menschen und seine Würde schützen
Eth 9.2.2, 9.3.2, 9.5.3, D 9.1.1
- Jeder Mensch hat das Recht auf Leben (z. B. Probleme wie Mord, Tötung, Selbsttötung EvR 9.4.3; Mensch, vom ersten bis zum letzten Augenblick: Abtreibung und Euthanasie EvR 9.4.3, Ph/Ch/B 9.4.1)
- die Würde und Freiheit jedes Menschen achten (z. B. Kranke, Behinderte HsB 9.4; Menschen in Armut, Fremde G/Sk/Ek 9.8, Randgruppen; der Mensch ist keine Ware: Eingriffe in das Erbgut, Organhandel, Menschenhandel, Ausbeutung WTG 9.7, sexuelle Belästigung und Gewalt EvR 9.1.3, Ph/Ch/B 9.4.1)
- Anwalt des Lebens sein (z. B. was wir selber tun können; Kontakte mit Gruppen, die
sich für Menschen und Menschenrechte einsetzen; ggf. Projekt) Ph/Ch/B
9.1, G/Sk/Ek 9.5.3
9.2 Jesus Christus - Anstoß und Herausforderung EvR 9.2
Die Gestalt Jesu Christi wird bei der heutigen religiösen Vielfalt aus
unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet. Auch die Jugendlichen haben im Laufe der
Schulzeit ihre eigenen Einstellungen und Vorstellungen entwickelt. In der
Auseinandersetzung mit verschiedenen Jesusbildern und dem Jesuszeugnis der Bibel sollen
sie auf seine tiefe Menschlichkeit aufmerksam werden, die tröstet, herausfordert oder
sogar Anstoß erregt. Die Begegnung mit Jesu Menschsein kann den Schülern ein Gespür
für Gottes Zuwendung eröffnen und sie ermutigen, sich auf Jesu Verhalten einzulassen.
9.2.1 Für wen halten ihn die Leute? - Annäherungen und Zugänge zur Person Jesu
- Meinungen und Vorstellungen (z. B. Eltern, Großeltern, Lehrer, Pfarrer, Freunde, Öffentlichkeit); Jesus in Kunst und Medien: Gründe für verschiedene Aspekte und Akzente D 9.2.1, Ku 9.2, 9.3, WTG 9.2, 9.8
- Wer ist Jesus für mich? (eigene Einstellungen und Probleme) D
9.1.2
9.2.2 "Seht da, der Mensch!" - Kennen wir Jesus wirklich?
- Jesus steht auf der Seite der Menschen (z. B. Mt 11,19; Mk 10,13-16; Lk 6,6-11; Joh 5,1-8)
- Jesus offenbart die erlösende Nähe und Liebe Gottes (z. B. Lk 6,31-36; 10,25-37; Joh 13,1-15; Tit 3,4f.; 1 Joh 4,7-16); Jesus Christus, der Sohn Gottes (z. B. Mt 16,13-17; 26,63-68; Joh 4,1-30; 11,17-27)
- heute Christus bezeugen (z. B. mit Christus leben, solidarisch handeln, Engagement
für ...)
9.3 Kirche in der Geschichte - Ringen um die Verwirklichung des Evangeliums
Wie jede andere große Gruppe in der Gesellschaft erfährt auch die Kirche Zuspruch und
Kritik. Um ein ausgewogenes Bild von der Kirche zu erhalten, sollen die Schüler darauf
aufmerksam werden, dass eine Reihe von Einstellungen, Anfragen und Urteilen hinsichtlich
der Kirche unbedingt einer geschichtlichen Betrachtungsweise bedarf. Sie lernen Beispiele
wichtiger Epochen der Kirchengeschichte im gesamtgeschichtlichen Rahmen kennen und
entdecken darin die Frage nach dem Auftrag der Kirche. Der Blick auf das Ringen um die
Verwirklichung des Evangeliums kann zeigen, dass das Mitwirken aller Christen die konkrete
Kirche gestaltet.
9.3.1 Auseinandersetzungen um die Kirche - pro und contra Eth 9.1.3, G/Sk/Ek 9.3.1
- Zustimmung, Enttäuschung, Kritik (z. B. Pfarrgemeinde, Kirchensteuer, Kirchenaustritte)
- Kirche in den Strukturen der Welt (z. B. Kirche im Mittelalter WTG 9.8; Kirche im Nationalsozialismus D 9.2.2)
- Kirche für die Menschen (z. B. Katharina v. Siena, Bartholomé de Las Casas,
Friedrich Spee, Franziska Schervier, Joseph Cardijn, Theresia Gerhardinger, Rupert Mayer,
Oscar A. Romero)
9.3.2 Kirche heute - eine Gemeinschaft auf dem Weg
- wie sich Menschen die Kirche wünschen (z. B. Pfarrgemeinde und Leitungsdienste; Ortskirche und Weltkirche); vom Auftrag der Kirche
- Erneuerung der Kirche (z. B. Aufbruch des II. Vatikanischen Konzils; Basisbewegungen;
Eintreten für solidarisches Zusammenleben in der Einen Welt EvR 9.5.3, Eth 9.3.3, G/Sk/Ek
9.5; Diözesanforen; Katholikentage; Taizé)
9.4 An Grenzen stoßen - die Hoffnung nicht aufgeben EvR 9.4, Eth 9.5
In einer erfolgs- und fortschrittsorientierten Welt wird es immer schwerer mit Grenzen
zu leben und eigene Begrenzungen zu akzeptieren. Die Schüler sollen sich bewusst machen,
dass zum Leben auch die Erfahrungen von Unvollkommenheit, Endlichkeit und Ohnmacht
gehören. Sie werden auf unterschiedliche Umgangsweisen mit Grenzerfahrungen aufmerksam
und sollen sich mit Vorstellungen der Menschheit über Leid und Tod auseinander setzen.
Indem sie sich für den Glauben an die Auferstehung Jesu Christi öffnen, kann ihnen
deutlich werden, dass Gott jeden Menschen auch in Leid und Tod trägt und unvergängliches
Leben verheißt.
9.4.1 Scheinbar grenzenlose Möglichkeiten - ein Leben voller Grenzen
- Verlierer sind nicht gefragt!? Menschen erfahren Grenzen und eigene Begrenzungen Eth 9.2.2, Al 9.1.5, 9.1.6
- wie Menschen mit Grenzen leben (z. B. aktuelle Beispiele; ggf. Hiob; aus Ps 69; Ps
18,30)
9.4.2 Das macht Angst - Sterben und Tod
- Menschen müssen sterben (z. B. aus Ps 90; Ps 103,8-18; Sterben als Prozess mit verschiedenen Phasen; Erfahrungen von Menschen in Todesnähe; Formen der Verharmlosung)
- Umgang mit dem Tod in unserem Lebensumfeld (z. B. Hospizbewegung; Todesanzeigen, Begräbnisfeierlichkeiten und -bräuche, ggf. GL 77; Grabsteine, Werke der Kunst)
- nichtchristliche und christliche Jenseitsvorstellungen
9.4.3 Hoffnung über den Tod hinaus - Auferstehung Christi
- biblische Auferstehungszeugnisse (Passion und Auferstehung Christi; Gott geht den Weg des Menschen: Jesus, die christliche Antwort auf das Theodizeeproblem)
- Auferstehungshoffnung verändert das Leben (z. B. Emmausjünger, Maximilian Kolbe,
Edith Stein, Dietrich Bonhoeffer; im Leben von Mitmenschen)
9.5 "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt" - Partnerschaft, Ehe und Familie
Das Bedürfnis nach Geborgenheit und Liebe drückt sich bei vielen Jugendlichen in der
Suche nach einer verlässlichen Beziehung aus. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich
ihre Einstellungen zu Freundschaft und Partnerschaft bewusst machen und auf vielfältige
Ausdrucksweisen der Liebe aufmerksam werden. Sie sollen erkennen, dass sexuelle
Beziehungen ohne liebende Zuwendung und personale Verantwortung dem Partner und der
eigenen Person nicht gerecht werden. Indem sie Voraussetzungen und Maßstäbe für eine
glückliche Partnerschaft diskutieren, können sie sich für das christliche Verständnis
von der Ehe öffnen. Sie sollen auf den Wert der Familie und auf Grundlagen christlichen
Familienlebens aufmerksam werden.
9.5.1 Liebe - Voraussetzung für Freundschaft und Partnerschaft
- Einstellungen und Erwartungen; Formen und Dimensionen der Liebe (z. B. Vertrauen, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Freiheit, Annahme, Verständnis, Treue, Liebeskummer) Mu 9.3.2
- Liebe und Sexualität in der Partnerschaft von Mann und Frau; Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern (z. B. Aussagen aus humanwissenschaftlicher Sicht; persönliche und soziale Aspekte; Problem der Diffamierung und Herabsetzung)
- Sexualität ohne Liebe und Verantwortung (z. B. Promiskuität, Kommerzialisierung der
Sexualität, Problem der Prostitution) Ph/Ch/B 9.4.1
9.5.2 In Partnerschaft leben - offen für Ehe und Familie
- Voraussetzungen und Grundlagen einer verantwortlichen Partnerschaft (z. B. Interessen, Selbstannahme, gegenseitige Ergänzung, Gleichwertigkeit von Mann und Frau)
- wie Christen Ehe und Familie verstehen (z. B. Ehe als Sakrament, Feier der Trauung; das Leben weitergeben, verantwortete Elternschaft, Möglichkeiten der Gestaltung des Familienlebens)
- ggf.: Tage der Orientierung, in die dieses Thema (9.5) integriert werden kann
Evangelische Religionslehre (Jahrgangsstufe
9)
9.1 Auf der Suche nach Partnerschaft und Liebe KR 9.5, Eth 9.4
Fragen nach Freundschaft, Liebe und Sexualität stoßen bei Heranwachsenden auf Interesse, aber auch auf Ängste und Vorbehalte. Erfahrungen, Vorstellungen und Einstellungen der Schüler sind deshalb sensibel aufzunehmen; Chancen, Gefährdungen und Krisen sollen zur Sprache kommen.
Biblische Aussagen können die Jugendlichen ermutigen, Sexualität und Partnerschaft
als kostbare Gaben zu verstehen. Die Schüler sollen erkennen, dass Zuneigung,
Zärtlichkeit, Freundschaft auf Achtung und Vertrauen angewiesen sind. Indem sie
verschiedene Fragestellungen unter ethischen Gesichtspunkten bedenken, erhalten sie Hilfen
für einen verantwortlichen Umgang mit ihren Sehnsüchten und ihrer Partnersuche, mit
Partnerschaft und Sexualität.
- Erwartungen, Einstellungen, Erfahrungen der Schüler; Liebe/Partnerschaft in der Gesellschaft
- biblisches Verständnis menschlichen Miteinanders: der Mensch geschaffen als Mann und Frau (1 Mose 1,27) - Bestimmung zur Partnerschaft (1 Mose 2,18-24); Partner als von Gott anvertraute Nächste (Lk 10,27); 6. Gebot (mit Auslegung) als Schutzregel
- Ideal und Realität in Partnerschaften: Genießen von Freude aneinander und
Geborgenheit miteinander, Aushalten und Überwinden von Enttäuschungen; Mann und Frau:
Rollenerwartungen und Selbstverständnis; Fixierung auf ein Wunschbild; Erfahrungen mit
den Folgen von Scheidung; Alleinsein als Schicksal, Chance, Aufgabe 9.6.3
9.1.2 Beziehung gestalten
- Schritte zur Partnerbeziehung: Interesse und Zuneigung empfinden, einander verstehen und achten, einander bereichern, Geborgenheit spüren; Ausdrucksformen von Zuneigung wie Worte, Gesten, Briefe, Geschenke
- Merkmale einer Liebesbeziehung (wie Hingabe, Vertrauen, Treue, Verständnis, Offenheit, Achtung, Rücksicht, Versöhnungsbereitschaft) und biblische Leitlinien dazu (1 Kor 13,4-7, Mt 5,27f., evtl. Eph 5,25-28)
- Gründe für Störungen einer Partnerschaft wie: es nicht ernst meinen, sich
übermäßig anpassen, den anderen unter Druck setzen, Gewalt, nicht nachgeben, Probleme
mit sich selbst; Lösungsansätze wie Aussprache, Schuldeingeständnis und Verzeihen;
Krisen bzw. Abbrüche als Chancen wahrnehmen
9.1.3 Partnerschaft verantworten Ph/Ch/B 9.4.1
- Liebe und Sexualität als Gottes Gabe und als Aufgabe: Sexualität als Ausdruck von Liebe (Hoheslied 8, 6 u. 7); sich selbst annehmen in seiner Geschlechtlichkeit, dazu: Problematik der Homosexualität; Annahme des Partners mit seinen Wünschen, Träumen, Ängsten, Schwächen und Stärken
- Beispiele für nicht verantwortete Formen von Sexualität (verbale Anzüglichkeiten,
Nötigung KR 9.1.2, Kommerzialisierung von "Sex" o.
Ä.) sowie deren Folgen (ungewollte Schwangerschaft, AIDS-Ansteckung o. Ä.); ethische
Gesichtspunkte zum Umgang mit diesen Problemen
9.2 Jesus Christus - eine Herausforderung KR 9.2, G/Sk/Ek 9.3.1
Schüler meinen oft, von Jesus schon genug gehört zu haben - auch wenn sie
tatsächlich kein genaues, manchmal sogar ein verzerrtes Bild von ihm haben. Sie sollen
erfahren, was sich historisch über Jesus von Nazareth feststellen lässt. Darüber hinaus
sollen sie sich dem Fremden, Herausfordernden im Leben und Reden Jesu stellen und
wahrnehmen, was diese Herausforderung für ihr eigenes Leben bedeuten kann.
9.2.1 Wer ist dieser Jesus aus Nazareth?
- zu Stellungnahmen provozierende Christusdarstellungen aus Geschichte und Gegenwart (möglichst eingebunden in Situationen oder in Beziehungen zu anderen Menschen) Ku 9.3
- Informationen zur Frage nach dem "historischen Jesus"
- Meinungen der Schüler zu Fragen wie: Was gefällt mir an Jesus? Worin stimme ich ihm
zu? Was lehne ich bei ihm ab? D 9.1.2
9.2.2 Menschen werden durch Jesus herausgefordert
- Jesu Einladung zum Glauben: "Ich-bin"-Worte im Johannes-Evangelium (z. B. Joh 6,35; Joh 14, 6; Joh 15, 5)
- Jesu Radikalität richtet unseren Blick auf Gottes guten Willen aus: Herausforderung aus Selbstverständlichkeiten (reicher junger Mann Mk 10,17-25 oder selbstgerechte Menschen Joh 8,3-11); Ruf zur Selbstbesinnung (Schalksknecht Mt 18,21-35 oder unehrlicher Verwalter Lk 16,1-9); Herausforderung durch Handeln (Fußwaschung Joh 13,1-16 oder Dienen statt Herrschen Mk 10, 42-45)
- die Bergpredigt als Forderung neuer Gerechtigkeit und Ermutigung zu neuem Handeln, als Aufruf zu Versöhnung, zu Selbstkritik und zu neuer Gesinnung
- Meinungen der Schüler dazu, ob die Herausforderung Jesu oder unser übliches Verhalten (nach Devisen wie: möglichst viel haben, sich rücksichtslos gegen andere durchsetzen, mehr genießen als helfen u. Ä.) zu einer menschlicheren, "wahren" Welt führen (dazu: Die Arbeiter im Weinberg
Mt 20,1-16)
9.2.3 Glaube an Jesus Christus - Chance zu neuem Leben
- der Glaube an Jesus Christus ermutigt, ihm in Schritten zu besserer Gerechtigkeit (Mt 5,20) nachzufolgen und so zum Salz der Erde, zum Licht der Welt (Mt 5,13-16) zu werden; dazu Luthers Auslegung zum 2. Glaubensartikel
- Situationen im Leben der Schüler, in denen Jesu Handeln und Botschaft zur
Herausforderung, auch zu Streit und Widerstand führen können; Jesu Herausforderungen als
Orientierungshilfe bei unseren Schritten, uns trotzdem auf den Weg von Gerechtigkeit (Mt
7,1-5), Humanität (Mt 5,5), Versöhnung (Mt 5, 9) zu machen
9.3 Verantwortung wahrnehmen - Christen in der Gesellschaft
Christen sind dazu aufgerufen, für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einzutreten. Die Schüler sollen erkennen, dass der Weg politischen Handelns zwischen der Neigung der Menschen zum Bösen und ihrer Fähigkeit zur Gerechtigkeit gesucht werden muss. Dabei sollen sie entdecken, dass Gottes Wille angesichts neuer Situationen immer wieder neu gefunden werden muss. Dies wird einerseits an geschichtlichen Fallbeispielen deutlich; andererseits sollen die Schüler die Spannung zwischen Jesu Bereitschaft zur Gewaltlosigkeit und dem Einsatz rechtsstaatlicher Gewaltanwendung auch in ihrem Erfahrungsbereich wahrnehmen. Nicht zuletzt geht es um die Bereitschaft, offen zu werden für Möglichkeiten der Mitverantwortung in ihrem Alltag.
Zum Thema Kirche und Christen im "Dritten Reich" bringen die Schüler
Vorwissen aus G/Sk/Ek der Jahrgangsstufe 8 mit.
9.3.1 Christen mischen sich ein - Befreiung durch Gewalt?
- in die Gesellschaft hineinwirkende Aktionen wie christliche Befreiungsbewegungen G/Sk/Ek 9.6.1, "Kirchenasyl", "Brot für die Welt" und Eine-Welt-Läden o. Ä. als Hilfe zur Selbsthilfe
- Kirche und Christen im "Dritten Reich" zwischen Verherrlichung von Führer
und totalitärem Staat ("Deutsche Christen"), Rückzug in den kirchlichen Raum
oder Widerstand gegen menschenverachtende Politik; dazu D. Bonhoeffers Weg zu gewaltsamem
Widerstand (Gewalt gegen das Böse); M. L. Kings Weg gewaltlosen Widerstands gegen
gesellschaftliches Unrecht in einem demokratischen Staat
9.3.2 Glaube und Politik - passt das zusammen? Eth 9.3.2
- christlicher Glaube zwischen Gehorsam und Widerstand: Jesu Ablehnung der Gewalt (Mt 4,1-11 oder 5, 43-48); Gehorsam gegenüber der Ordnungsmacht (Röm 13,1-7), höhere Verpflichtung gegenüber Gott (Mt 22, 15-22 und Apg 5, 29), evtl.: Absage an widergöttliche Macht (Offb 13,
1-9); Luthers Unterscheidung von "Christperson" (Unrecht benennen und ggf. erleiden) und "Weltperson" bzw. Bürger (stellvertretender Gewalteinsatz zu Gunsten anderer, z. B. in der Frage eines "gerechten Krieges")
- die Notwendigkeit, in unterschiedlichen Situationen mit Hilfe des Gewissens und
der Vernunft Gottes Willen zu suchen
9.3.3 Mitverantwortung in unserem Alltag Eth 9.3, Ph/Ch/B 9.1
- Gewalt im Alltag als Gewissensfrage (Schärfung des Blicks für offene oder verdeckte Gewaltausübung, Einsatz für die Schwächeren); Ursachen für Gewalt aufspüren und überwinden (in der Klasse, auf dem Schulhof o. Ä.)
- evtl.: Gewalt zwischen Gruppen/Nationen: Argumente zur Frage, ob Christen ihre Verantwortung als Soldat oder als Kriegsdienstverweigerer besser wahrnehmen können G/Sk/Ek 9.6.3
- Verantwortung im Nahbereich: (ehrenamtliche) Mitarbeit bei Vereinen/Initiativen wie
Bund Naturschutz, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Umweltaktionen o. Ä., Mitgliedschaft in einer
Partei; evtl. Projekt in Zusammenarbeit mit einer Kirchengemeinde (Jugendgruppe,
Patenschaften, Altenarbeit o. Ä.) G/Sk/Ek 9.2.2, HsB 9.4
9.4 An Grenzen stoßen - Unser Leben ist endlich KR 9.4, Eth 9.5
Jugendliche dieses Alters reagieren auf die Frage nach Tod und Sterben unterschiedlich:
Sie haben das Leben noch vor sich, befinden sich aber manchmal auch in Lebenssinn-Krisen
bis hin zu Todessehnsüchten. Die Schüler sollen sich über ihre Erfahrungen,
Vorstellungen, Einstellungen angesichts von Leben und Tod austauschen und Orientierung in
der Vielfalt religiöser Vorstellungen finden. Sie sollen vor allem wahrnehmen, welche
Bedeutung die christliche Auferstehungshoffnung für ihr Verständnis von Leben und Tod
sowie für ihre Verantwortung gegenüber eigenem und fremdem Leben haben kann. - Die
Thematik erfordert vor allem im Blick auf "Suizid" Einfühlungsvermögen und
Wachsamkeit.
9.4.1 Tod und Sterben - Begegnungen, Erfahrungen
- unterschiedliche Gestalten des Todes: natürlicher, unnatürlicher, jäher, erlösender Tod; Tod in den Massenmedien
- Veränderung des Lebens durch den Tod: Trennung der Zusammengehörigen (in Ehe, Familie, Freundschaft, Gruppe o. Ä.); Reaktionen wie Angst, Verdrängung, Depression, Neugier, aber auch vertieftes Auskosten des eigenen Lebens
- Sterbende begleiten: Form und Sinn der kirchlichen Beerdigung; Trauernden beistehen:
Gespräche und konkrete Hilfe, Rituale und Sitten
9.4.2 Tod - Ende, Übergang, Neubeginn?
- Vorstellungen und Einstellungen der Schüler zu Tod und Jenseits
- Vorstellungen über ein Leben nach dem Tod, z. B. Unsterblichkeit der Seele, Seelenwanderung, Himmel und Hölle, Gericht
- die christliche Auferstehungshoffnung (Röm 8,31-39; Abschnitte aus 1 Kor 15) und
ihre Bedeutung für unser gegenwärtiges Leben (Joh 11,21-26; 2 Kor 5,17)
9.4.3 Bedrohtes Leben - anvertrautes Leben Eth 9.3.1
- verantwortlicher Umgang mit eigenem und mit fremdem Leben in den Bereichen Verkehr, Gesundheit (Sucht), Sport S 9.2.3, Umwelt; leichtsinnige oder fahrlässige Gefährdung des Lebens (Mutproben, Rasen o. Ä.); Kampf gegen unnötigen Tod (vor Ort, in Entwicklungsgebieten)
- Sensibilisierung gegen Abstumpfung durch einen allgegenwärtigen Tod: z. B. Gewaltdarstellung in Medien, Katastrophen, Verkehrstote
- die Frage, ob es ein Recht zur Verfügung über menschliches Leben gibt: Schutz des ungeborenen Lebens KR 9.1.2, Ph/Ch/B 9.4.1, Sterbehilfe, evtl. Suizidgefährdung (Beratungsmöglichkeiten) KR 9.1.2; dazu rechtliche, ethische, religiöse Argumente
- Verständnis des Lebens als Gabe Gottes (1 Mose 1,27ff.), 5. Gebot mit Luthers
Auslegung und "Ehrfurcht vor dem Leben" als Leitlinien des Verhaltens
Aus dem Wahlpflichtangebot 9.5 und 9.6 ist ein Themenbereich zu behandeln.
9.5 Arm und Reich - Gerechtigkeit in der Einen Welt G/Sk/Ek 9.5
Die Schüler wissen zwar, dass in unserer Welt die Lebenschancen ungleich verteilt sind
und dass die Industrienationen auf Kosten der sogenannten "Dritten Welt" leben,
ihr Handeln ist aber selten davon bestimmt. Indem sie das Eintreten für die Armen als
Grundzug der biblischen Botschaft begreifen, sollen sie auch unsere Verantwortung für das
gemeinsame Überleben in der Einen Welt entdecken und wahrnehmen. Aus dieser Einsicht
können erste Schritte auf Wegen zu einem veränderten Lebensstil "in
Gerechtigkeit" entwickelt werden.
9.5.1 Arm und Reich - Ungerechtigkeiten in unserer Welt Eth 9.3.3
- Gesichter des Reichtums, der Armut (offen/versteckt) bei uns (z. B. Ernährung, Bildung, Arbeit); das Leben der Reichen auf Kosten der Armen (innerhalb unserer Gesellschaft; Verhältnis reiche Länder - arme Länder) / Diskussion der Frage: Was ist gerechter Reichtum? WTG 9.7
- unser Reichtum (z. B. sich vieles leisten können, hoher Standard in der
Grundversorgung, Bildung) und unser Umgang damit (z. B. Anspruchsdenken, Konsum,
Gedankenlosigkeit); dazu als Anfrage an unseren Lebensstil: "Reicher Kornbauer"
(Lk 12,15-20) oder "Vom Schätzesammeln und Sorgen" (Mt 6,19-21)
9.5.2 Amos - gegen Ungerechtigkeit angehen
- Amos - Prophet zwischen Gerichtsandrohung und Ruf zur Umkehr (Am 1,1f.)
- Ungerechtigkeit erkennen und nicht hinnehmen (Am 2,6-8; 3,7f.)
- Ungerechtigkeit beim Namen nennen (Am 5, 11f.; 8, 4-8a)
- Ungerechtigkeit zu ändern versuchen in der Hoffnung auf Gott (Am 5, 14f.; 9, 8 - 11)
9.5.3 "Eine Welt" - Wege zur Gerechtigkeit KR 9.3.2
- eine örtliche oder regionale Initiative (z. B. Eine-Welt-Laden, Brot für die Welt, Misereor oder aus dem Bereich der Mission) als Beispiel dafür, wie bewusstes Handeln und Teilen ein gemeinsames Überleben in Gerechtigkeit sichern kann; dazu Mt 25, 34b-40 als Maßgabe für Christen
- Klassenprojekte, z. B. Eine-Welt-Tage, Kaffee-Aktion, Bananen-Aktion
9.6 Frauen, die sich trauen - Glaube überwindet Grenzen
Überkommene Strukturen bilden ebenso wie eigene Gewohnheiten ein Geflecht von Grenzen, das zu überwinden für Jugendliche eine Herausforderung darstellt. Entgegen den gewohnten, an Männern orientierten Überlieferungsmustern soll hier an Frauen aus verschiedenen Zeiten und Lebensbereichen gezeigt werden, wie aus dem Glauben heraus Grenzen überwunden werden können.
Aufgrund dieser Erkenntnis sollen die Schüler dazu gelangen, über ihr
Rollenverhalten, über Chancengleichheit sowie über das Verhältnis von Mann und Frau in
der Gesellschaft nachzudenken.
- Schranken und Grenzen, die uns gesetzt sind, von uns selbst, von anderen: Gewohnheiten (Bequemlichkeiten, Scheu vor Risiken) oder Rollenzuweisungen, die uns hindern, aus vordefinierten Geschlechterrollen auszubrechen und uns zu entfalten Al 9.1.5
- Hemmnisse für die Entfaltung von Frauen in Bibel und Geschichte (Patriarchalismus)
9.6.2 Wege ins Leben - Frauen gehen ihren Weg
- "Das Leben selbst in die Hand nehmen" - Rut: Gewohntes verlassen, Neues wagen (das Buch Rut in Auszügen)
- "Das Leben ändern" - Maria Magdalena: sich anvertrauen, "heil" werden, nachfolgen (Lk 8,1f.), in Schwierigkeiten treu bleiben (Mk 15,40, Joh 20,1), Zeugnis geben (Joh 20,18)
- "Sich für das Leben einsetzen" - eine Gestalt der Kirchengeschichte, z. B. Elisabeth von Thüringen, Caritas Pirckheimer, Elisabeth Fry: Nöte erkennen, Maßnahmen ergreifen, Widerständen trotzen, Ziele erreichen
- "Für das Leben kämpfen" - Rigoberta Menchú oder engagierte Frauengruppen
(z. B. Kriegsmütter) G/Sk/Ek 9.1.4: auf Missstände
aufmerksam machen, Barrieren überwinden, gesellschaftliche Veränderungen bewirken
9.6.3 Glaube überwindet Grenzen
- Sprengkraft der biblischen Botschaft: Frauen zeigen, wie aus dem Glauben heraus Grenzen überwunden werden können
- Frauen und Männer, Jungen und Mädchen in der Gesellschaft
(Berufsleben, Familie, Schule o. Ä.) 9.1.1 / Nachdenken über
Chancengleichheit und über das Verhältnis der Geschlechter (Gal 3, 28), dazu: das Neue
in Jesu Umgang mit Frauen Ethik
(Jahrgangsstufe 9)
9.1 Autorität und Selbstbestimmung
Die Aufgabe der Selbstfindung führt häufig zur Ablösung von
bisher vertrauten und anerkannten Autoritäten. Der Heranwachsende strebt nach größerer
Unabhängigkeit, gerät in Konflikte, findet von sich aus nicht immer den ihm gemäßen
Weg, erfährt nicht immer die nötige Hilfe, unterwirft sich in seiner Unsicherheit
anderen, oft fragwürdigen Autoritäten. Die Schüler sollen Hilfe dabei erfahren, sich
selbst in ihrem Verhältnis zu Autoritäten besser zu verstehen. Sie sollen
Autoritätskonflikte auf ihre Erscheinungsformen, Gründe und Folgen hin untersuchen und
sich der Notwendigkeit, der Bedingungen und Gefährdungen von Autorität bewusst werden.
Ausgehend von der Klärung der eigenen Lebenssituation weitet sich der Blick auf die Frage
von Autorität im öffentlichen Leben. Insgesamt sollen Grundlagen für ein reiferes
Verhältnis zu Autoritäten gewonnen werden.
9.1.1 Autorität im persönlichen Umfeld
- erlebte, beobachtete, berichtete Autoritätsprobleme: Konflikte, z. B. von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen mit Eltern, Lehrern, Meistern, Vorgesetzten; Äußerungsformen wie Ungehorsam, Trotz, Widerspruch; Protest, Auflehnung, Provokation; Wendung nach innen, z. B. unterdrückte Wut, Nörgelei, Ressentiment; Abwertung, Abwendung, "Ausstieg"
- Bedürfnis nach Autorität: Kann der Mensch alles allein
entscheiden? freiwillige Unterwerfung unter Autoritäten (Vorbilder, Idole, Gruppenregeln,
Sekten, öffentliche Meinung); Autorität als Wegweisung, Entscheidungshilfe, Entlastung
von Verantwortung
9.1.2 Autorität im öffentlichen Leben
- Autoritätskonflikte mit Verwaltung, Regierung, Gesetzgebung: Beispiele aus Geschichte und Gegenwart; Ausdrucksformen wie Einspruch, Demonstration, Bürgerinitiative; Aufstand, Revolte, Revolution; grundsätzliche Ablehnung staatlicher Autorität durch Anarchisten, "Autonome"
- Wenn es keine Schulen, Behörden, Gerichte, keine Polizei,
keine Regierung gäbe: Notwendigkeit öffentlicher Autorität; Regelung des
Zusammenlebens, Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit
9.1.3 Verantwortliche Ausübung von Autorität KR 9.3.1
- Wer darf Autorität beanspruchen? Sach-, Amts-, persönliche Autorität; Notwendigkeit ihrer Unterscheidung und ihrer Verbindung
- Autorität kann verloren gehen, z. B. durch Unfähigkeit, Entscheidungsschwäche, durch Willkür, Ungerechtigkeit, Verantwortungslosigkeit
* Autorität und Macht: Macht ist noch nicht Autorität;
Missbrauch von Macht durch Unterdrückung, Terror, Gewalt; legitime Macht gründet auf
Gesetz, ist angewiesen auf zuerkanntes Weisungsrecht, anerkannte Überlegenheit, Vertrauen
9.1.4 Mein Verhältnis zu Autoritäten
- Mit welchen Autoritäten stehe ich in Konflikt? Welche erkenne ich an? Welchen muss ich mich beugen? Welchen unterwerfe ich mich kritiklos?
- Ich selbst als Autorität: Wo bin ich schon Autorität für andere? Wo möchte ich eine solche werden? Setze ich meine Autorität verantwortungsvoll ein? Bin ich vielleicht selbst "autoritär"?
- selbstständig gegenüber Autoritäten werden: Mut zum
"Nein" gegenüber falscher Autorität, Mut zum "Ja" zu berechtigter
Autorität
9.2 Arbeit, Leistung, Freizeit
Schüler machen Erfahrungen mit Arbeit und Leistung vor allem im
schulischen Bereich, aber auch im Leben ihrer Eltern. Sie sollen sich die Bedeutung von
Arbeit und Leistung, von Erfolg und Versagen für die Gesellschaft und für ihr eigenes
Leben bewusst machen und dafür offen werden, mit ihrer Arbeits- und mit ihrer Freizeit
sinnvoll umzugehen.
9.2.1 Die Welt der Arbeit Al 9.1
- Beobachtungen und Erfahrungen der Schüler zu Arbeit und Leistung (in der Schule, ggf. beim Betriebspraktikum, bei den Eltern): Mühe und Befriedigung, Erfolg und Versagen, das Verhältnis von Anforderungen und Leistungen, eine als sinnvoll oder als sinnlos erfahrene Arbeit
- Stellenwert von Arbeit und Leistung in der Gesellschaft:
Beschaffen der materiellen Lebensgrundlagen; Bereitstellen von Dienstleistungen; das
Problem der Verteilung von Arbeit und der Arbeitslosigkeit
9.2.2 Der Sinn unseres Arbeitens Al 9.1.6
- Arbeit und Leistung als Notwendigkeit zur Lebensfristung, als Beitrag zum Gemeinwohl, als Möglichkeit zur Entfaltung von Begabungen und Fähigkeiten, als Weg, anerkannt zu werden; der Unterschied zwischen bezahlter und (freiwilliger) unbezahlter Arbeit
- Grenzen der Leistungs- und Erfolgsorientierung, z. B. im Blick auf gesundheitliche Belastbarkeit, auf individuelle Begabung, auf soziale Folgen eines reinen Konkurrenzdenkens: Folgerungen für die Berufswahl KR 9.4.1
- Menschenwürde und Leistung: Unabhängigkeit des Wertes eines
Menschen von seiner Leistungsfähigkeit; konkrete Folgerungen wie Einsatz für humane
Arbeitsbedingungen, Einsatz für die Belange von Benachteiligten KR
9.1.2
9.2.3 Das Angebot der Freizeit S 9.4.7, Inf 9.4.3
- Erfahrungen der Schüler: Wie erleben wir freie Zeit? Wozu brauchen wir sie? Was fangen wir mit ihr an? Vertun wir unsere Zeit oder füllen wir sie aus?
- freie Zeit als Chance: Zeit nehmen für das, was Spaß macht, für die freie Entfaltung meiner Neigungen und Fähigkeiten; anderen Menschen Zeit schenken, offen für ihre Bedürfnisse sein; Zeit "tauschen" mit anderen für gemeinsame Unternehmungen
- konkrete Angebote für die Freizeit wie Klassenparty,
Verschönern der Schule, Auswahl und Austausch spannender Lektüre, Ausflüge o. Ä. D 9.2.2, Mu 9.3.2
9.3 Verantwortung für das Gemeinwohl wahrnehmen EvR 9.3.3
Nur auf den ersten Blick kann jeder tun, was er will. Bei genauem
Hinsehen zeigt sich, dass jeder Einzelne auch in Gemeinschaften eingebunden ist, vom
Gemeinwohl abhängt und davon lebt. Die Schüler sollen Gründe und Folgen
verantwortungslosen Lebens bedenken und Einsicht in die Notwendigkeit verantwortungsvollen
Handelns im persönlichen und im öffentlichen Leben gewinnen. Sie machen sich dies an
Problemfeldern aktueller gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen deutlich und
werden ermutigt, ihren eigenen Beitrag für das gute Zusammenleben aller zu sehen und
einzubringen.
9.3.1 Verantwortliches Verhalten im näheren Umkreis EvR 9.4.3, Ph/Ch/B 9.1
- Folgen von gedankenlosem, fahrlässigem, rücksichtslosem Verhalten, z. B. im Verkehr, in der Umwelt S 9.2.1, Ku 9.4, WTG 9.7
- vernünftige Lebensführung im Alltag, z. B. aktive
Gesundheitsfürsorge, achtsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen, Rücksichtnahme auf
andere S 9.1
9.3.2 Mitgestalten in Gesellschaft und Politik KR 9.1.2, EvR 9.3.2
- Verhaltensmöglichkeiten: sich raushalten, Verantwortung auf andere abschieben oder sich bewusst beteiligen S 9.3
- Engagement als Steigerung und Bereicherung des Lebens, z. B. in Jugendorganisationen, Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Bürgeraktionen, Feuerwehr S 9.3
- Sensibilisierung für Situationen offener und verdeckter Gewaltausübung, z. B. im Schulbereich, in Jugendcliquen, gegenüber Randgruppen
- Möglichkeiten der Mitverantwortung im politischen Leben, z. B. Wahlrechtsausübung,
Teilnahme an Bürgerentscheiden G/Sk/Ek 9.2.2, 9.2.4; Unterscheiden zwischen Sachnotwendigkeiten und
persönlichen Interessen
9.3.3 Zusammenleben in der Einen Welt KR 9.3.2, G/Sk/Ek 9.5, 9.8.3
- Armut und Reichtum bei uns und im Weltvergleich; Verkettung der Ursachen und Folgen von Armut; Wege aus der Armut
- Gerechtigkeit, Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe als übergreifende
Orientierungs- und Handlungsprinzipien, Beispiele für konkrete Aktionen
9.4 Partnerschaft von Mann und Frau KR 9.5, EvR 9.1, Ph/Ch/B 9.4.1
Aufgrund ihrer körperlich-seelischen Entwicklung werden Jugendliche zunehmend mit
ihrer Geschlechtlichkeit als Mann oder Frau konfrontiert. Ausgehend von den
rollenspezifischen Erwartungen der Gesellschaft und deren historischem Wandel formulieren
die Schülerinnen und Schüler je eigene Einstellungen und Erwartungen, versuchen diese zu
begründen und mögliche Folgeprobleme zu erkennen. Sie sollen Haltungen finden, die zu
einer intakten Partnerschaft führen und diese als Grundvoraussetzung für das Schließen
einer Ehe bzw. das Gründen einer Familie anerkennen.
- gesellschaftliche Erwartungen früher und heute an die Frau, an den Mann, bei uns und anderswo
- Einstellungen und Erwartungen der Schülerinnen und Schüler ans eigene, ans andere Geschlecht; geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung
- Motive und Probleme beim geschichtlichen Wandel von Geschlechterrollen, z. B. Streben nach Gleichberechtigung und Bildung, Berufstätigkeit Al 9.1.5, Aufgabenverteilung in einer Partnerschaft
- Gefährdungen der Menschenwürde, z. B. klischeehafte Darstellungen von
"Weiblichkeit" und "Männlichkeit" in der Werbung, sexorientierte
Darstellung von Mann und Frau in den Medien, Pornographie, Prostitution, besondere
Gefährdung von Kindern
9.4.2 Partnerschaft - Leitbild für Ehe und Familie
- eine Partnerschaft eingehen: Erwartungen und Vorstellungen, z. B. Sexualität, Liebe, Geborgenheit, Verständnis, Gleichwertigkeit, Bereicherung der Persönlichkeit; Sonderfall der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft
- Partnerschaft als Aufgabe: Rücksichtnahme, Vertrauen, Treue, Offenheit, Achtung;
Verantwortung für Ehepartner und Kinder; gemeinsames Durchstehen von Schwierigkeiten;
Bereitschaft zur Versöhnung
9.5 An Grenzen kommen KR 9.4, EvR 9.4
Die Schüler sollen erkennen, dass zum Leben nicht nur Erfolg, sondern auch die
Erfahrung des eigenen Scheiterns, der Unvollkommenheit und der Ohnmacht gehört. Dabei
sollen sie sich mit der Tatsache auseinander setzen, dass es in einer erfolgsorientierten
Welt für den Einzelnen schwer ist, die eigenen Begrenzungen anzunehmen. Anhand von
Alltags- und Grenzerfahrungen sollen sie sich mit wesentlichen Vorstellungen der
Menschheit über Scheitern, Leid und Tod befassen. Sie können ihre eigenen Erfahrungen in
den Unterricht einbringen und Achtung und Toleranz gegenüber anderen Einstellungen
entwickeln. - Bei allen Themen in diesem Bereich ist eine besonders behutsame Behandlung
gefordert.
9.5.1 Grenzsituationen im Alltag S 9.2.1
- Sieger und Verlierer: Umgang mit Gefühlen der Hochstimmung und der Niedergeschlagenheit, z. B. in der Schule, bei Spielen, in der Gruppe
- Menschen, die ihre Grenzen ausprobieren, z. B. bei Mutproben
- Menschen, die Krisen durchmachen, z. B. Trennung von Freundschaften, Krankheiten,
Arbeitslosigkeit Al 9.1.6
9.5.2 Sterben und Tod
- der Mensch gerät an Grenzen: Alter und Krankheit als Signale der Sterblichkeit des Menschen
- der Tod in unterschiedlicher Gestalt, z. B. Tod bei alten, kranken, jungen Menschen; der Tod in den Medien
- Sterben und Tod im Lebensumfeld, z. B. Umgang mit Kranken, Sterbenden, Trauernden; Veränderungen im Leben durch den Tod eines Angehörigen
- Vorstellungen der Religionen, z. B. Unsterblichkeit der Seele, Seelenwanderung,
Auferstehung, Gericht
9.5.3 Verantwortung für das Leben KR 9.1.2, Ph/Ch/B 9.4.1
- Bedrohung des Lebens, z. B. in den Bereichen Verkehr, Gesundheit (Alkohol, Nikotin), Gefahr der Abstumpfung durch Gewalt- und Katastrophendarstellung in den Medien
- Verfügbarkeit des Lebens? Ethische und rechtliche Argumente, z. B. bei Schwangerschaftsabbruch, Suizid, Sterbehilfe
- Grundrecht der Unverletzlichkeit der Person, Annahme des Lebens als Geschenk, z. B.
Ehrfurcht vor dem Leben
Deutsch (Jahrgangsstufe
9)
9.1 Sprechen und Schreiben
In dieser Jahrgangsstufe gewinnen verstärkt lebenspraktische sprachliche Fertigkeiten
wie standardisierte Schreibformen an Bedeutung. Die Schüler lernen, sprachliche Mittel
gezielter und überlegter einzusetzen und ihre persönliche Meinung sowie die Meinung
anderer zu reflektieren. Sowohl im mündlichen wie im schriftlichen Bereich arbeiten sie
Informationen selbstständig auf, vergleichen und bewerten unterschiedliche Standpunkte
und beziehen selbst in angemessener Form Stellung. Kreative Prozesse des Sprechens und
Schreibens erleben die Schüler zunehmend als persönlichkeitsbildende Ausdrucksformen.
Jugendlichen mit einem anderen sprachlich-kulturellen Hintergrund bieten sich hier
besondere Möglichkeiten, sich in den Unterricht einzubringen. Mit der beständigen
Anwendung und Verfeinerung von Arbeitstechniken erweitern die Schüler ihre sprachliche
Handlungsfähigkeit, auch im Hinblick auf schulische und außerschulische
Prüfungssituationen.
9.1.1 Miteinander reden und vor Zuhörern sprechen
- Gesprächsformen und Diskussionstechniken praktizieren und festigen: Meinungen vergleichen, den eigenen Standpunkt überprüfen und gegebenenfalls revidieren
- Aufgaben, Probleme und Konflikte erfassen, besprechen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen, z. B. das eigene Befinden ausdrücken, Stellung nehmen, auch einen unpopulären Standpunkt vertreten, Möglichkeiten der Zusammenarbeit besprechen und nützen
- Gesprächsverhalten für das Vorstellungsgespräch einüben, z. B. Gesprächsstrategien erkennen und einschätzen lernen, das Einbringen eigener Anliegen und eine angemessene Selbstdarstellung üben Al 9.1.1
- Informationen zusammenfassen, auswerten und weitergeben, z. B. Gesprächs-, Diskussions-, Sachbeiträge (auch aus den Medien)
- ein Referat selbstständig erarbeiten, gestalten und halten: Informationsmaterial
beschaffen (z. B. Büchereien nützen, mit Sachbüchern umgehen, Material anfordern,
Experten befragen), Umfang beachten, schwierige Sachverhalte verständlich erklären,
Zuhörerkontakt und Interesse aufrechterhalten
9.1.2 Für sich und andere schreiben
- Protokollieren: Techniken des Mitschreibens gezielt üben, Mitgeschriebenes überarbeiten, ausgestalten bzw. zusammenfassen (z. B. auch bei Filmen oder Diskussionen)
- Bewerbungen schreiben und andere zweckgebundene, insbesondere standardisierte, Schreiben verfassen, z. B. Antrag stellen, Widerspruch einlegen, Formulare ausfüllen, Geschäftsbriefe, Bestellungen und Reklamationen schreiben E 9.1.1, Al 9.1.1, Al 9.4.1, KbB 9.3.1
- sich mit Problemen auseinander setzen: Informationen zum Thema sammeln und ordnen, eine einfache Gliederung erstellen, die eigene Meinung begründen und darlegen, das Belegen durch Beispiele üben, Gegenargumente überdenken und einbeziehen KR 9.2.1, EvR 9.2.1
- sich mit Sachtexten und literarischen Texten auseinander setzen: Textsorte erkennen,
Inhalt zusammenfassen und erläutern, Meinung und Information unterscheiden, ausführlich
Stellung nehmen, eigene Erfahrungen und Textaussagen vergleichen, Teilaspekte erörtern,
Widersprüche darstellen
9.1.3 Kreativ mit Sprache umgehen 9.2.1
- sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten spielerisch erproben, auch mit Hilfe medialer Aufzeichnungen
- Texte verändern, z. B. akustische, visuelle, szenische Gestaltungsversuche; sprachliche Aus- bzw. Umgestaltung (z. B. Wechsel der Erzählperspektive oder der Textform, Wechsel des kulturellen Hintergrunds)
- Formen des freien Schreibens pflegen und weiterentwickeln
Arbeitstechniken zu 9.1:
- Formulare ausfüllen
- Mitschreibetechniken beherrschen
- Arbeitsverlauf und -ergebnisse dokumentieren
- eigene Texte inhaltlich, sprachlich und formal überarbeiten; mit
Textverarbeitungsprogrammen umgehen
9.2 Lesen und Mediengebrauch
Die Schüler erschließen zunehmend selbstständig Texte aller Art. Durch die
Auseinandersetzung mit der in literarischen Texten und in Jugendbüchern dargestellten
Erlebnis- und Erfahrungswelt können sie ihre eigene Lebenswirklichkeit besser begreifen
und Wertvorstellungen entwickeln oder überdenken. Sie beschäftigen sich vor allem mit
Sach- und Gebrauchstexten, denen im Hinblick auf die nahe Berufstätigkeit aktuelle
Bedeutung zukommt. Sie sollen lernen, bewusster mit den verschiedenen Massenmedien
umzugehen und eine kritische Auswahl vorzunehmen.
9.2.1 Zugang zu literarischen Texten finden 9.1.3
- ausgewählte Beispiele literarischer Texte, auch in medialen Umsetzungen, kennen lernen:
Gedichte, z. B. lyrische Gedichte, Balladen
epische Kleinformen: Kurzgeschichte, Erzählung
dramatische Texte, z. B. Schauspiel (auch in Auszügen)
- Texte gestaltend vorlesen bzw. vortragen, z. B. mit verschiedenen Vortragsweisen experimentieren, innere Beteiligung durch den Vortrag zum Ausdruck bringen
- den Inhalt selbstständig erschließen, z. B. durch Darstellen von Nebenschauplätzen oder Randfiguren
- wesentliche Gestaltungsmittel (u. a. Satire) und Formelemente herausarbeiten und in ihrer Wirkung auf den Leser beurteilen
- Informationen zur Entstehungszeit des Textes für das Verständnis heranziehen
- Bezüge zur eigenen Erfahrungswelt oder zum kulturellen Hintergrund des Textes herstellen, z. B. durch Schreiben einer möglichen Vorgeschichte zum Text oder zu einer Handlungsfigur, durch Übertragen des Geschehens in eine andere Kultur KR 9.2.1
- dramatische Texte in einer Inszenierung erleben, z. B. als Theater- oder Filmvorführung, als Fernseh- oder Hörspiel
- die Wirkung literarischer Texte erfahren und anderen vermitteln, z. B. durch Collagen
aus Texten und Bildern Ku 9.2
9.2.2 Bücher kennen lernen und lesen
- Bücher als Klassen- oder Gruppenlektüre lesen
- Bücher, z. B. zu gegenwärtigem oder vergangenem Zeitgeschehen, kennen lernen und die dargestellte Lebenswelt mit der eigenen vergleichen KR 9.3.1, G/Sk/Ek 9.1.4
- Bibliotheken selbstständig nützen, z. B. zur Vorbereitung eines Referats, einer
Buchausstellung, einer Autorenbegegnung, zur Freizeitgestaltung Eth
9.2.3
9.2.3 Sach- und Gebrauchstexte erfassen und auswerten
unterschiedliche Sach- und Gebrauchstexte, auch aus anderen Fächern (z. B. Vertragstexte, Gesetzestexte G/Sk/Ek 9.2.4, Al 9.1.3)
- gezielt und zügig Informationen entnehmen
- Texte auf Informationsgehalt und Absicht untersuchen
- Möglichkeiten der Meinungsbeeinflussung durch sprachliche Mittel erkennen
- zu Textaussagen Stellung nehmen
9.2.4 Sich mit Massenmedien auseinander setzen
- Besonderheiten der Darstellung (z. B. in Radio, Fernsehen, Kino, Zeitung, Plakat, Groschenroman) kennen lernen und vergleichen (z. B. Sprache, Aufbau, Form, Bild-Text-Verhältnis) Ku 9.5, Mu 9.3.2
- in Verbindung mit aktuellen Inhalten aus anderen Fächern Berichte unterschiedlicher Medien über denselben Sachverhalt vergleichen, z. B. im Hinblick auf Informationsdichte, Objektivitätsanspruch, Darstellung der Wirklichkeit, Adressaten
- Medien im Hinblick auf die eigenen Interessen begründet auswählen und nützen
Arbeitstechniken zu 9.2:
- "diagonales Lesen"
- unterschiedliche Informationsquellen gezielt verwenden, z. B. Fachbücher,
Fachzeitschriften, Nachschlagewerke, Bibliotheksprogramme Inf
9.2.2
9.3 Sprachbetrachtung und Rechtschreiben
Die Schüler entwickeln ihr Gefühl für Sprache weiter, wobei sie zunehmend auf Nuancen achten. Sie sollen erkennen, dass Sprache verschiedenen Einflüssen - auch aus anderen Sprachen - unterliegt und sich ständig weiterentwickelt.
Auf der Basis eines weitgehend individualisierenden Unterrichts verbessern die Schüler
ihre persönliche Rechtschreibleistung.
9.3.1 Sprache untersuchen und aufmerksam gebrauchen
- die unterschiedliche Funktion von Wortarten aufzeigen, beurteilen und in eigenen Texten berücksichtigen, z. B. die Wirkung der Konjunktionen (zeitlich, Art und Weise, usw.)
- Herkunft und Bedeutung von Wörtern herausarbeiten (z. B. von Lehnwörtern, Fremdwörtern, Modewörtern; in Gruppensprachen, in Fachsprachen), die Wörter selbst situationsgemäß verwenden
- die jeweilige Funktion von Dialekt, Umgangs- und Standardsprache und Fachsprache kennen
- sprachliche Bilder (Vergleich, Metapher, Symbol) in literarischen Texten und Sachtexten erschließen
- eigene Texte durch den Gebrauch sprachlicher Mittel bewusst gestalten, z. B. Sätze umstellen, Satzlänge wechseln, verkürzte Sätze verwenden; Wiederholungen vermeiden bzw. gezielt einsetzen, indirekte Rede verwenden; Wörter einsetzen, die auf Vorhergehendes verweisen, sprachliche Bilder verwenden
- Mehrsprachigkeit zum Anlass von sprach- und kulturvergleichender Betrachtung machen
9.3.2 Die individuelle Rechtschreibleistung verbessern
- international gebräuchliche Wörter, Fremdwörter und Fachbegriffe richtig schreiben
- persönliche Schwächen in der Rechtschreibung analysieren und beheben
- einen Überblick über die Grundregeln der Rechtschreibung gewinnen
- eigene Texte gezielt rechtschriftlich überarbeiten: bekannte Lösungshilfen
anwenden, ggf. auch automatische Rechtschreibprüfung in Textverarbeitungsprogrammen
sinnvoll nützen
Fachbegriffe zu 9.3:
- Vergleich, Metapher, Symbol
- Dialekt, Umgangssprache, Standardsprache
- Gruppensprache, Fachsprache Mathematik
(Jahrgangsstufe 9)
Am Ende der Jahrgangsstufe 9 stehen die Prüfungen zur besonderen Leistungsfeststellung.
Deshalb ist es für die Schüler hilfreich, Anforderungen und Bedingungen frühzeitig
kennen zu lernen, Hilfen für die richtige Vorbereitung zu erhalten und selbstständig
relevante Aufgaben, auch mit Zeitkontrolle, zu lösen. Sinnvolle Differenzierung bedeutet
dabei für die Prüfungsteilnehmer eine gezielte Vorbereitung und für die übrigen
Schüler eine wünschenswerte Förderung.
Die Schüler können sowohl bei Probearbeiten als auch bei der besonderen
Leistungsfeststellung zum Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses eine
zugelassene Formelsammlung benutzen.
9.1 Prozent- und Zinsrechnung
Die Schüler gewinnen erhöhte Sicherheit im Prozentrechnen. Sie erkennen, dass sich das Rechnen mit Wachstumsfaktoren besonders bei vermehrtem bzw. vermindertem Grundwert sowie später beim Zinsrechnen als hilfreich erweist. Ihre Rechenfertigkeit steigern die Schüler sowohl durch regelmäßige Kopfrechenübungen als auch durch gezielten Einsatz des Taschenrechners.
Das Zinsrechnen sollen sie als Anwendung des Prozentrechnens verstehen. In
Grundaufgaben werden ihnen Zusammenhänge zwischen den Bestimmungsgrößen deutlich. Sie
erarbeiten verschiedene Lösungswege, wobei sie schließlich im Hinblick auf die
Jahrgangsstufe 10 bzw. die Berufsschule die Verwendung der Formel anstreben sollen.
- weiterführende Aufgaben; vermehrter/verminderter Grundwert gegeben Al 9.5.4
- Tabellenkalkulation KbB 9.3.2, 9.5,
HsB 9.5.5, Inf 9.2.1, 9.2.2
- Begriffe: Kapital, Zinssatz, Zins, Zeit
- Grundaufgaben bei Jahreszinsen
- Rechnen mit Monats- und Tageszinsen
- Anwendungsaufgaben; Zinsformel Al 9.2.2, 9.4.2, 9.4.3
9.2 Rationale Zahlen, Potenzen und Wurzeln
Die Beherrschung der Rechenregeln für Grundrechenarten im Bereich der rationalen Zahlen ermöglicht den Schülern einen sicheren Umgang mit Formeln und Gleichungen.
In der Mathematik wie auch in vielen Bereichen des Berufslebens werden Zahlen häufig durch Zehnerpotenzen dargestellt. Diese gängige Schreibweise lernen die Schüler kennen und insbesondere für sehr große bzw. kleine Zahlen anwenden.
Über den funktionalen Zusammenhang zwischen Seitenlänge und Flächeninhalt von Quadraten gewinnen die Schüler ein Verständnis des Begriffs Quadratwurzel. Zur Ergebnisermittlung schätzen sie Wurzelwerte und bestimmen mit dem Taschenrechner genauere Näherungen. Anwendungsmöglichkeiten des Radizierens finden sie in der Geometrie (Satz des Pythagoras).
- Grundrechenarten im Bereich der rationalen Zahlen (Dezimalbruchdarstellung)
- Zahlendarstellung mit Zehnerpotenzen Ph/Ch/B 9.3.2
- Begriff Quadratwurzel
- Quadratzahlen und -wurzeln
9.3 Geometrie
Die Schüler erweitern ihre Fähigkeiten im Erstellen grundlegender Konstruktionen und erwerben Sicherheit und Geläufigkeit. Sie achten dabei auf sorgfältiges Arbeiten und gewöhnen sich an eine systematische Vorgehensweise.
An konkreten Modellen (z. B. Zwölfknotenschnur, Maurerdreieck) begegnen ihnen Phänomene, die zum Satz des Pythagoras führen. Bei der handlungsorientierten Erarbeitung dieses Satzes lernen die Schüler auch einfache Beweisführungen kennen. In diesem Zusammenhang können sie einen Einblick in die Geschichte der Mathematik, vor allem im antiken Griechenland, gewinnen.
Die Schüler führen Berechnungen zu Prismen, Zylindern, Pyramiden und Kegeln aus. Sie
schulen ihre Raumvorstellung, indem sie z. B. Körper, Ansichten und Schrägbilder
einander zuordnen und zeichnen.
9.3.1 Zeichnen und Konstruieren
- Konstruktionen von Dreiecken und Vierecken
- regelmäßige Vielecke konstruieren und berechnen
- Figuren vergrößern und verkleinern (ähnliche Figuren)
9.3.2 Satz des Pythagoras
- Lehrsatz; Kathete, Hypotenuse
- Anwendung: Berechnen von Streckenlängen
9.3.3 Pyramide, Kegel, zusammengesetzte Körper GtB 9.1
- Ansichten (Grund-, Auf- und Seitenriss); Schrägbilder von Körpern
- Pyramide und Kegel (Formbetrachtung, Oberfläche, Volumen)
- Anwendungsaufgaben
Die Schüler sollen im Lösen von Gleichungen durch Äquivalenzumformung sicherer und
gewandter werden. Erstmals begegnen ihnen auch Bruchgleichungen der Form:
Bei Anwendungsaufgaben aus unterschiedlichen Bereichen begreifen die Schüler Formeln als ein wirkungsvolles Hilfsmittel. Das Auflösen nach verschiedenen Variablen, das Überprüfen der Ergebnisse durch Umkehraufgaben und das Einordnen in Zusammenhänge schulen ihr bewegliches, logisch-abstraktes Denken. Dabei lernen sie die Vorteile und die sinnvolle Handhabung der Formelsammlung kennen.
- Gleichungen ansetzen und lösen
- anwendungsbezogene Arbeit mit Formeln (Bereiche u. a. Geometrie, Prozent- und
Zinsrechnen; physikalische Aufgaben) Ph/Ch/B 9.6.1
9.5 Zuordnungen und beschreibende Statistik
In realistischen Sachzusammenhängen arbeiten die Schüler mit proportionalen und umgekehrt proportionalen Zuordnungen. Bei der Arbeit mit der Tabellenkalkulation werden ihnen funktionale Abhängigkeiten deutlich.
Anknüpfend an die Erfahrungen mit Schaubildern gewinnen die Schüler einen Einblick, wie man statistische Erhebungen plant, statistisches Material gewinnt, aufbereitet und auswertet. Durch kritisches Beurteilen der Herkunft und Aufbereitung des Datenmaterials erkennen sie, dass Statistik auch manipuliert werden kann, und lernen, eine kritische Einstellung gegenüber statistischen Darstellungen einzunehmen.
In Zusammenhang mit Tabellenkalkulation und Statistik verwenden die Schüler neben dem
Taschenrechner auch den Computer.
- Anwendungsaufgaben
- Tabellenkalkulation KbB 9.3.2, 9.5,
HsB 9.5.5, Inf 9.2.1, 9.2.2
- Daten und Zahlenmaterial sammeln und aufbereiten (Erhebungen, Strichliste, Verteilungstabelle) Al 9.3.3, 9.5.1, 9.5.2, Inf 9.2.1, WTG 9.7
- Mittelwerte: Zentralwert, arithmetisches Mittel (über größere
Datenmengen) Englisch (Jahrgangsstufe 9)
9.1 Sprache
Die Schüler bauen ihre sprachlichen Fertigkeiten so weit aus, dass sie viele Themen aus dem Alltagsleben, aber auch aus fachlichen Bereichen bewältigen können.
Auch ohne sprachliche Vorentlastung entnehmen die Schüler Hörbeispielen mit wenig Redundanzen Informationen und geben diese mit eigenen Worten wieder. Sie beschäftigen sich auch mit Texten, die von Nicht-Muttersprachlern gesprochen werden.
Sie verfassen selbstständig kommunikative Texte, wobei sie von Hilfsmitteln Gebrauch machen.
Neben Sachtexten lesen die Schüler auch einfache literarische Texte, je nach Umfang und sprachlichem Schwierigkeitsgrad im Original oder als simplified readers.
Sie sollen die bereits gelernten grammatischen Strukturen festigen und erweitern, um
sie mündlich und schriftlich zunehmend sicherer anzuwenden, wobei sie auch über die
wichtigsten englischen Termini verfügen sollen.
9.1.1 Kommunikative Fähigkeiten
- die bedeutungsunterscheidende Funktion der Aussprache in besonderen Fällen kennen, z. B. Bedeutungsveränderung durch Betonung oder Stimmhaftigkeit/Stimmlosigkeit
- auch umfangreichere und sprachlich komplexere Hör- und Lesetexte sinngemäß verstehen
- selbstständig Texte mit unbekannten Elementen im Detail erschließen, z. B. durch
Analogieschluss, durch Kontext, mit Hilfe des Wörterbuches
- Aussprache schulen: auch nicht bekannte Texte klanggestaltend vorlesen
- flüssiges Sprechen ausbauen, kurze Texte frei vortragen
- weitere by-passing-strategies kennen und anwenden, z. B. Synonyme und Umschreibungen verwenden, rückfragen
- freie Gespräche in Alltagssituationen führen
- sich zu bekannten Themen frei äußern
- Bildergeschichten erzählen
- Hör- und Lesetexte zusammenfassend mit eigenen Worten mündlich wiedergeben
- ein Kurzreferat nach Stichpunkten vortragen
- den Wortschatz richtig schreiben
- persönliche und formale Briefe verfassen, z. B. schriftliche Anfragen, kurze Bewerbung D 9.1.2, Al 9.1.1
- Formulare ausfüllen
- schriftliche Texte anhand einer Bildfolge verfassen
- die eigene Meinung zu bekannten Themen aufschreiben
- gehörte und gelesene Texte in wenigen Sätzen schriftlich zusammenfassen
9.1.2 Grammatik (Sofern keine Einschränkung angegeben ist, lernen die Schüler die Strukturen in allen Satzarten.)
| Folgende Strukturen sollen die Schüler verwenden können: - Past
Progressive - Ersatzformen: to be able to, to be allowed to - Reflexivpronomen im Singular (myself etc.) - Possessivpronomen ohne nachfolgendes Substantiv - weitere Konjunktionen, z. B. in order to, as soon as, while, either...or,
neither...nor - Überblick über die behandelten Zeiten |
Folgende Strukturen sollen die Schüler verstehen können: - Past Perfect - Passiv (Future I, Present Perfect) - Pronomen: each other/one another - Bedingungssatz Typ II (z. B. If I had enough money, I'd buy a computer) - Reported Speech |
- ca. weitere 400 Wörter in Laut und Schrift
- weitere Gradadverbien, z. B. completely, absolutely
- einige kommentierende Adverbien, z. B. (un)fortunately, however, certainly
- englische Wörter aus dem Bereich der EDV und des Bankwesens, z. B. Telefon-Banking, Online-Dienste Al 9.4.1
- folgende Wendungen: If I were..., If I had ...
- einfache Möglichkeiten der Wortbildung, z. B. Substantivierung (z. B. the red,
the blind)
9.2 Texte/Themen/Landeskunde
Die Schüler erhalten einen Einblick in Leben und Kultur weiterer Länder, in denen
Englisch als Muttersprache (z. B. Australien, Kanada) oder Verkehrssprache (z. B. Indien,
Ghana) gesprochen wird. Sie erfahren so auch von der Bedeutung der englischen Sprache als
Weltsprache. Sie lernen Lebensumstände Jugendlicher in englischsprachigen Ländern kennen
und vergleichen sie mit ihren eigenen in Bayern bzw. in ihrem Herkunftsland.
- dialogische Texte
- Erzähltexte/literarische Texte, z. B. Kurzgeschichten, Romanausschnitte (als simplified readers), Anekdoten
- Gedichte, Limericks, Pop Songs Mu 9.1.2
- Sach- und Gebrauchstexte, z. B. Berichte und Beschreibungen zu Themen landeskundlicher und allgemeiner Bedeutung, Sportreportagen, authentische Ausschnitte aus Medien, Tabellen, Grafiken, thematische Karten, ggf. unter Nutzung des Internet Inf 9.2.2
- persönliche und sachliche Mitteilungen KbB 9.6.2
- interkulturelles Zusammenleben G/Sk/Ek 9.8
- Arbeitswelt und Freizeit (z. B. Arbeitsbedingungen, Arbeitslosigkeit, sinnvolle Freizeitgestaltung)
- Probleme von Jugendlichen (z. B. Zusammenleben mit Erwachsenen, Drogen)
- Gesundheit
- Tourismus und Sport
- Musik als Ausdrucksform sozialer Probleme (z. B. Spirituals, Songs aus der Karibik, Blues, Rap, Protestsongs) Mu 9.1.2
- eine bedeutende Persönlichkeit aus Politik, Wirtschaft oder Kultur
- ein außereuropäisches englischsprachiges Land, seine Besonderheiten früher und heute
(z. B. Australien, Kanada, Indien, Ghana)
- Ereignisse aus der Geschichte der USA Physik/Chemie/Biologie (Jahrgangsstufe 9)
Themenbereich |
Physik |
Chemie |
Biologie |
| 9.1 Unser Ort als Lebensraum | Fächerübergreifender Themenbereich |
||
| 9.2 Grundlagen der Kommunikation | 9.2.2 Kommunikations- und Informationstechnik |
9.2.1 Aufnahme und Verarbeitung von Informationen beim Menschen | |
| 9.3 Blick in den Mikrokosmos | 9.3.2 Aufbau der Materie 9.3.3 Radioaktivität |
9.3.1 Zellen - Bausteine der Lebewesen | |
| 9.4 Entwicklung des Menschen | 9.4.1 Individualentwicklung, Partnerschaft, Sexualität 9.4.2 Evolution des Menschen |
||
| 9.5 Stoffe im Alltag und in der Technik | 9.5.1 Organische Rohstoffe 9.5.2 Kunststoffe |
||
| 9.6 Energie | 9.6.1 Kraft als Ursache für Bewegungsänderung 9.6.2 Energieumwandlung |
||
Die Schüler sollen Fragen und Probleme von Natur und Umwelt in ihrem Siedlungs- und Lebensraum kennen lernen und bewerten. Ihnen soll klar werden, dass die natürlichen Lebensgrundlagen von zahlreichen Faktoren bestimmt sind, die in vielfältiger Beziehung zueinander stehen. Um die persönliche Bedeutsamkeit für sie zu erhöhen, soll ein inhaltlicher Schwerpunkt von ihnen gemeinsam mit dem Lehrer nach lokalen bzw. regionalen Gegebenheiten ausgewählt werden. Sie sollen einsehen, dass die Folgen menschlichen Tuns auf den ersten Blick oft nicht erkannt werden und über den unmittelbaren und überschaubaren Bereich hinaus wirken. Indem sie das Thema zunächst aus naturwissenschaftlichen, dann aber auch aus anderen, z. B. gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ethischen Perspektiven betrachten, können sie in ihrer Suche nach Werten für ihr zukünftiges individuelles Leben Orientierungshilfen erhalten und zu einem gegenüber den Mitmenschen und der Natur verantwortungsbewussten Handeln angeleitet werden; dabei kann ihnen bewusst werden, dass die Natur einen Eigenwert besitzt.
Die Schüler erarbeiten das Thema projektorientiert, wenden allgemeine und fachgemäße Arbeitsweisen an und beurteilen ihr Vorgehen. Sie sollen entscheiden, ob sie einzeln oder gemeinsam arbeiten und nötigenfalls den Rat und Informationen von Fachleuten einholen. Je nach den Erfordernissen sollen sie Inhalte aus anderen Themenbereichen dieser Jahrgangsstufe und Beiträge verschiedener Unterrichtsfächer einbauen.
- biologische, physikalische oder chemische Zusammenhänge der natürlichen Lebensgrundlagen, aufgezeigt an einem lokalen oder regionalen Beispiel, z. B. aus den Bereichen: Boden, Wasser, Luft; Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen; Ökologie; Energie und Rohstoffe
- Folgen lokaler oder regionaler Geschehnisse für andere Lebensräume; Natur- und Umweltschutz; Eigenwert der Natur, Verantwortung für die Natur
- Aufzeigen und ggf. grafisches Darstellen von Auswirkungen und Abhängigkeiten, z. B. Kreisläufen und Vernetzungen
- Ambivalenz des Fortschritts; Maßnahmen zur Sicherung der Lebensgrundlagen; Beitrag des Einzelnen KR 9.1.2, EvR 9.3.3, Eth 9.3.1
- Reflexion der gewählten Verfahren und Arbeitsweisen D 9.1.1,
9.2.3, Inf 9.2.2
9.2 Grundlagen der Kommunikation
Die Schüler sollen an einigen Beispielen und in konkreten Situationen erkennen, wie sich Menschen untereinander verständigen und was mit den Sinnesorganen wahrnehmbar ist. Sie unterscheiden unbewusstes Reagieren und bewusstes Handeln und erfahren im Überblick, über welche Systeme Informationsaufnahme und -verarbeitung im menschlichen Körper ablaufen. Dabei leiten sie grundlegende Unterschiede zu technischen Informationssystemen ab und werden sich darüber hinaus bewusst, welche Bedeutung das Nervensystem für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden hat.
Die Schüler werden darauf aufmerksam, dass sich durch technische Geräte zur Aufnahme
und Verarbeitung von Informationen die Möglichkeiten menschlicher Kommunikation erweitert
haben und zukünftig auf diesem Gebiet einschneidende Entwicklungen zu erwarten sind. Dazu
erwerben sie Grundkenntnisse über die Funktionsweise eines Telefons sowie über weitere
Geräte und Bauteile zur Aufnahme, Verarbeitung und Ausgabe von Informationen. Dabei wird
ihnen bewusst, auf welchen Gebieten die technischen Erfindungen den Menschen nützen.
9.2.1 Aufnahme und Verarbeitung von Informationen beim Menschen
- menschliche Verständigung durch Austauschen von Informationen (Sprache, Gestik, Mimik, Zeichen); Auslösen von Verhaltensmustern, z. B. Kontaktaufnahme durch Lächeln, Bedeutung sozialer Verhaltensweisen und -muster; Wahrnehmbarkeit von Vorgängen und Erscheinungen mittels Sinnesorganen und Messgeräten (Überblick); einfaches Kommunikationsmodell (Sender Übertragung Empfänger)
- Reflex - bewusstes Handeln; einfache Beispiele (Reiz Reaktion; sog. Schutzreflexe)
- Aufbau des Zentralnervensystems (im Überblick); Reizaufnahme (Sinneszellen) Erregungsleitung (Nerven) Verarbeitung (Rückenmark, Gehirn)
- Regelung von Lebensvorgängen durch das vegetative Nervensystem, z. B. Atmung, Verdauung
- Belastungen und Schutz des Nervensystems S 9.1.3, 9.1.4
- grundlegende Unterschiede zwischen Aufnahme und Verarbeitung von Informationen beim
Menschen und bei technischen Informationssystemen
9.2.2 Kommunikations- und Informationstechnik
- Telefon (Schallwellen Schwankungen des elektrischen Stroms Schallwellen); Aufbau und Funktion der Bauteile: Mikrofon, Lautsprecher; Übertragungswege KbB 9.6.1
- Informationsaufnahme durch Sensoren, z. B. Fotohalbleiter, Heißleiter Inf 9.3
- Verarbeitung und Ausgabe von Informationen durch elektronische Schaltungen; Bauteile:
Diode, Leuchtdiode, Transistor GtB 9.3.1
9.3 Blick in den Mikrokosmos
Den Schülern soll klar werden, dass den menschlichen Sinnesorganen das Erfassen der Dinge nur in Grenzen möglich ist. Sie verschaffen sich so weit möglich durch das Mikroskop, aber auch über Medien vertiefte biologische Kenntnisse über den Aufbau von Zellen und erfahren, dass die stoffliche Grundlage der Vererbung überwiegend im Zellkern lokalisiert ist und sich Erbinformationen verändern können.
Sie erwerben grundlegendes physikalisch-chemisches Wissen über den Aufbau von Atomen
und Molekülen und wie sich Elemente unterscheiden lassen. Als Verständnishilfen wenden
sie Modelle an. Die Schüler erhalten eine Vorstellung von der Radioaktivität und
erfahren an Beispielen, wie sie genutzt wird. Sie sollen begreifen, dass dem Nutzen der
Radioaktivität Gefahren gegenüberstehen und dass es in der Verantwortung von Forschern,
Wirtschaftsfachleuten, Technikern, Politikern und auch allen Bürgern liegt, Chancen und
Risiken abzuwägen.
9.3.1 Zellen - Bausteine der Lebewesen
- Aufbau von Zellen; Zellkern als wesentlicher Träger der Erbinformationen; Chromosomen, Gene
- Veränderlichkeit der Erbinformationen; Beispiele bei Tieren und Pflanzen, beim
Menschen (Erbkrankheiten, z. B. Bluter, Down-Syndrom 9.4.1);
Mutationen; Eingriff des Menschen durch die Gentechnik
- Größenverhältnisse: Zelle - Molekül/Atom M 9.2
- Aufbau der Atome aus Kern (Protonen, Neutronen) und Hülle (Elektronen)
- Atommodelle: Kugelmodell - Kern-Hülle-Modell
- Unterscheiden von Elementen, z. B. von Wasserstoff, Helium, Natrium, Chlor, Kohlenstoff 9.5.1, aufgrund der Zahl der Protonen (Ordnungszahl)
- Unterscheiden von Isotopen aufgrund der Massenzahl (Protonen + Neutronen)
- natürliche und künstliche Radioaktivität, Strahlung und deren Nachweis (ggf. Geiger-Müller-Zählrohr); Halbwertzeit
- Kernspaltung 9.6.2; gesteuerte und ungesteuerte Kettenreaktion
- Anwendung radioaktiver Stoffe; Nutzen und Gefahren der Radioaktivität;
Strahlenschutz; verantwortlicher Umgang mit Radioaktivität
9.4 Entwicklung des Menschen
Die Jugendlichen sollen im Sinne der "Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen" über die Entwicklung des Menschen von der Zeugung bis zur Geburt Bescheid wissen. Sie sollen erkennen, dass Mann und Frau für das Zusammenleben in einer Familie sowie für das ungeborene und das geborene Kind verantwortlich sind. Ihnen soll bewusst werden, dass das eigene Sexualverhalten von Werten geleitet sein muss, die in der Achtung vor der Würde von Frau und Mann begründet sind.
Ausgehend von der Frage: "Woher kommt der Mensch?" erhalten die Schüler
einen Einblick in heutige Vorstellungen vom Ablauf und der Dauer der Evolution des
Menschen.
9.4.1 Individualentwicklung, Partnerschaft, Sexualität Eth 9.4
- Sexualverhalten, Empfängnisregelung, Familienplanung 9.3.1
- Embryonalentwicklung; Schutz des ungeborenen Lebens; Gefährdungen während der Schwangerschaft KR 9.1.2, EvR 9.4.3, Eth 9.5.3
- Probleme wechselnder Partnerschaften; Geschlechtskrankheiten KR 9.5.1, EvR 9.1.3
- sexuelle Belästigung KR 9.1.2, EvR 9.1.3
9.4.2 Evolution des Menschen
- Stammesgeschichte im Überblick
- Funde und ihre Deutung
- besondere Entwicklungen beim Menschen
9.5 Stoffe im Alltag und in der Technik
Die Schüler lernen nachwachsende und fossile Rohstoffe sowie Beispiele ihrer Anwendung kennen. Sie werden darauf aufmerksam, welche Vielfalt von Produkten des täglichen Gebrauchs aus Erdöl hergestellt wird. Sie erfahren, dass diese Rohstoffe im Wesentlichen Kohlenwasserstoffverbindungen sind, und lernen, wie sich ihr Aufbau durch Modelle und Formeln darstellen lässt.
Die Schüler erhalten Grundkenntnisse über Kunststoffe und sollen imstande sein,
anderen Mitschülern Werkstücke aus Kunststoffen zu erklären, die im Fach
"Gewerblich-technischer Bereich" hergestellt wurden. Sie sollen erkennen, dass
fossile Rohstoffe in sehr langen Zeiträumen entstanden sind und auf der Erde bei gleich
bleibendem Gebrauch in absehbarer Zeit erschöpft sind. Dabei sollen sie über die
Verantwortung der jetzigen gegenüber zukünftigen Generationen nachdenken.
9.5.1 Organische Rohstoffe G/Sk/Ek 9.5.3
- nachwachsende Rohstoffe, z. B. Holz 9.6.2; Gewinnung eines flüssigen Brennstoffes (Pflanzenöl), z. B. aus Sonnenblumenkernen oder Raps
- fossile Rohstoffe 9.6.2; Trennen von Erdöl durch Destillation; Fraktionen und ihre Verwendung
- Nachweis von Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H) 9.3.2; Kohlenwasserstoffe
- Alkane; Strukturformel und Summenformel, Modelle
- Gebrauchsgegenstände mit definierten Eigenschaften aus Kunststoffen: Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere Al 9.3.2
- Grenzen des Kreislaufs (z. B. thermische Verwertung als Abschluss); verantwortlicher
Umgang mit fossilen Rohstoffen WTG 9.4, GtB
9.2.2
9.6 Energie
Ausgehend von eigenen Erfahrungen erhalten die Schüler vertiefte Kenntnisse über die Begriffe "Geschwindigkeit" und "Kraft". Dadurch sollen sie in die Lage versetzt werden, Situationen im Straßenverkehr angemessen einzuschätzen.
Anhand eines Überblicks über die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors lernen die
Schüler beispielhaft, wie verschiedene Energiearten (chemische Energie, Wärmeenergie,
Bewegungsenergie) zusammenspielen und umgewandelt werden. Sie lernen, welche Abgase beim
Betrieb dieses Motors entstehen, und sollen einsehen, dass Verkehrsmittel umweltbewusst zu
nutzen sind. Die Schüler übertragen das Prinzip der Energieumwandlung auf Vorgänge in
Kraftwerken, die mit unterschiedlichen Energieträgern betrieben werden. Dabei erkennen
sie, dass am Ende der Umwandlungsprozesse die Energie zwar nicht verloren geht, sie aber
in einer Form vorliegt, die von uns nicht weiter sinnvoll genutzt werden kann.
9.6.1 Kraft als Ursache für Bewegungsänderung
- Geschwindigkeit; Änderung der Geschwindigkeit: Kraft als Ursache für Beschleunigung; Zusammenhang zwischen Kraft, Masse und Beschleunigung M 9.4
- Trägheit; Bremsweg, Anhalteweg; angepasste Geschwindigkeit im Straßenverkehr
9.6.2 Energieumwandlung G/Sk/Ek 9.5.3
- Energiearten im Überblick; Energieumwandlung
- Verbrennungsmotor: Funktionsweise im Überblick; Abgase, Katalysator; umweltbewusstes Verhalten im Verkehr
- Kraftwerke: Energieträger, Wirkungsgrad 9.3.3, 9.5.1; Satz von der Erhaltung der Energie;
Energieentwertung GtB 9.3.1
Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde (Jahrgangsstufe 9)
Geschichte |
Sozialkunde |
Erdkunde |
| 9.1 Das geteilte Deutschland 9.1.1 Deutschland 1945 9.1.2 Die Teilung Deutschlands und Konflikte in der "Anti-Hitler-Koalition" (Marshall-Plan, Währungsreform, Luftbrücke) 9.1.3 Die Entwicklung in den beiden deutschen Staaten 9.1.4 Leben im geteilten Deutschland |
||
| 9.2 Demokratie in Deutschland 9.2.1 Politische Parteien in Deutschland 9.2.2 Wahlen auf Bundesebene 9.2.3 Die föderale Ordnung *9.2.4 Gesetzgebung in Bayern |
||
| 9.3 Auf dem Weg zur Einigung Europas 9.3.1 Europa in früheren Jahrhunderten 9.3.2 Vorstellungen von Europa im 20. Jahrhundert 9.3.3 Stufen der wirtschaftlichen und politischen Einigung Westeuropas 9.3.4 Die Entwicklung in Osteuropa |
||
| 9.4 Die Wiedervereinigung Deutschlands im Zusammenhang
der europäischen Einigungsbewegung 9.4.1 Der Prozess der Wiedervereinigung 9.4.2 Der Fortgang der Einigung Europas |
||
| 9.5 Eine Welt 9.5.1 Entwicklungsländer 9.5.2 Industrieländer 9.5.3 Beziehungen zwischen Entwicklungs- und In- dustrieländern |
||
| 9.6.1 Ein aktueller Krisenherd im Lichte seiner historischen Dimension |
9.6 Friedensbemühungen in der Weltpolitik der
Gegenwart 9.6.2 Internationale Strategien zur Krisenbewältigung und Möglichkeiten zur Friedenssicherung 9.6.3 Bundeswehr und Friedenssicherung |
|
Fächerübergreifende Bildungsaufgabe 9.7 Der Islam 9.7.1 Der Islam im Mittelmeerraum; seine Wirkungen auf Europa 9.7.2 Strukturen und Lebensformen im Islam 9.7.3 Europa und der Islam |
||
| |
9.8.3 Möglichkeiten für ein friedfertiges Zusammenleben |
9.8 Menschen aus anderen Herkunftsländern
9.8.1 Ursachen von Migrationsbewegungen 9.8.2 Eingliederungsprobleme |
Geschichte
9.1 Das geteilte Deutschland
Die Schüler erfahren von der schwierigen politischen,
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ausgangslage nach dem Kriegsende von 1945. Sie
lernen die Voraussetzungen und Etappen der Teilung Deutschlands und den Prozess der
"doppelten Staatsgründung" kennen. Auf der Grundlage eines Überblicks über
die Entwicklung in den beiden deutschen Staaten, der auch auf die internationalen
Zusammenhänge Bezug nimmt, beschäftigen sich die Schüler eingehend mit der
Lebenswirklichkeit im geteilten Deutschland: mit der sich in Ost und West unterschiedlich
ausformenden Jugendkultur, mit den Differenzierungen im gesellschaftlichen und mentalen
Gefüge, aber auch mit den verbindenden Elementen, die zwischen Ost und West erhalten
bleiben oder sich neu entwickeln.
9.1.1 Deutschland 1945
- Übernahme der vollen staatlichen Gewalt durch die Alliierten
- Hunger und Mangel als Alltagserfahrungen, Wohnungsnot, Flüchtlinge und Vertriebene, Kriegsinvalide und Hinterbliebene
- Kriegszerstörungen, Demontage (vor allem in der SBZ), Zusammenbruch des Wirtschaftslebens, Zigarettenwährung, Schwarzer Markt
- Besatzungsmächte und deutsche Bevölkerung: Entnazifizierung,
Nürnberger Prozesse, Kontrollen und Kontakte
9.1.2 Die Teilung Deutschlands und Konflikte in der "Anti-Hitler-Koalition" (Marshall-Plan, Währungsreform, Luftbrücke)
- Wiederaufbau der staatlichen Ordnung in den Ländern und Gemeinden
- Wiedergründung bzw. Neugründung politischer Parteien
- zwischen Einheitsstreben und Abgrenzungsinteressen: der Weg zur
doppelten Staatsgründung 1949
9.1.3 Die Entwicklung in den beiden deutschen Staaten
- die Ära Adenauer/Erhard: soziale Marktwirtschaft Al 9.5, "Wirtschaftswunder", Westintegration; kulturelle Westintegration, auch auf der Ebene der Trivialkultur
- DDR: Sowjetisierung, 17. Juni 1953, Mauerbau 13. August 1961
- die Ära Brand/Scheel: die Ostpolitik im Kontext internationaler Entspannungspolitik; gesellschaftliche und politische Aufbruchstimmung
- von Schmidt zu Kohl: der NATO-Doppelbeschluss und seine Folgen
9.1.4 Leben im geteilten Deutschland D 9.2.2
- Jugendkultur
im Westen: Jugendleben in der offenen Gesellschaft, Freiheit und Selbstverantwortung, Opposition und Protest KR 9.1.2
im Osten: Jugendleben in der geschlossenen Gesellschaft, Uniformierung der Freizeit, sozialistische Festkultur, Jugendweihe
- gesellschaftliche Zustände und Mentalität
im Westen: Tendenz zur Individualisierung, Konsum- und Erfolgsorientierung in der Markt- und Wohlstandsgesellschaft, sozialstaatliche Netze, neue soziale Bewegungen (z. B. Frauenbewegung EvR 9.6.2), Stabilität des politischen Systems
im Osten: geringe Spielräume für Eigeninitiative, soziale Sicherheit auf Kosten politischer Freiheit, wirtschaftlicher Niedergang als Konsequenz des politischen und gesellschaftlichen Systems
- Verbindendes zwischen Ost und West, z. B. Medienkonsum, Leitbilder
der Lebensgestaltung; Verwandtenkontakte, beginnender Reiseverkehr
Sozialkunde
9.2 Demokratie in Deutschland
Die Schüler gewinnen Einsicht in die Bedeutung des
Mehrparteiensystems. Dabei erkennen sie, dass mit den Wahlen und Abstimmungen die
Volkssouveränität gewährleistet und realisiert wird; zudem erhalten sie Einblick in die
Funktionsweise eines Bundesstaates. (*) Sie beschäftigen sich mit den Besonderheiten der
Gesetzgebung in Bayern.
9.2.1 Politische Parteien in Deutschland
- Aufgaben der Parteien
- Programme der politischen Parteien
- Bedeutung des Mehrparteiensystems
- Wahlberechtigung und Wählbarkeit EvR 9.3.3, Eth 9.3.2
- Rechtsgrundsätze demokratischer Wahlen: frei, gleich, geheim, unmittelbar, allgemein
- Wahlsystem: Persönlichkeitswahl und Listenwahl
9.2.3 Die föderale Ordnung
- Deutschland ein Bundesstaat: Gliederung in Länder
- Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern
* 9.2.4 Gesetzgebung in Bayern D 9.2.3
- Volksbegehren und Volksentscheid Eth 9.3.2
Geschichte
9.3 Auf dem Weg zur Einigung Europas
Die Schüler erkennen, dass Europa schon in früheren Jahrhunderten
als Einheit erfahrbar war und dass es bis heute unterschiedliche Vorstellungen von Europa
gibt. Insbesondere lernen sie die Stationen der politischen und wirtschaftlichen Einigung
Westeuropas und zugleich die Entwicklung in Osteuropa bis zur Auflösung der Blockbildung
kennen.
9.3.1 Europa in früheren Jahrhunderten
- als Kulturraum, z. B. Einheit der abendländischen Christenheit KR 9.3.1, Mu 9.4
- als Wirtschaftsraum, z. B. Handel und Märkte
- als politisches System, z. B. Gleichgewichtspolitik,
Friedensverträge
9.3.2 Vorstellungen von Europa im 20. Jahrhundert
- Europaideal nach den Weltkriegen
- Föderalismus, Zentralismus, Regionalismus als Elemente der
politischen Umsetzung
9.3.3 Stufen der wirtschaftlichen und politischen Einigung Westeuropas
- von der Gründung des Europarats und der "Montanunion" zur EG und EU
- Organe und Aufgaben der EU
9.3.4 Die Entwicklung in Osteuropa
- Integrationsdruck und Risse im System des Ostblocks
- Glasnost und Perestroika als Folge der ökonomischen Krise in der Sowjetunion
- Auflösung der Blockbildung und neuer Nationalismus
Geschichte
9.4 Die Wiedervereinigung Deutschlands im Zusammenhang der europäischen Einigungsbewegung
Die Schüler erkennen, dass der Prozess der Wiedervereinigung
Deutschlands vor dem Hintergrund der internationalen Lage am Ende der 80er-Jahre zu sehen
ist und dass insbesondere zwischen der Wiedervereinigung Deutschlands und der
europäischen Einigungsbewegung ein enger Zusammenhang besteht. Sie sollen lernen, die
aktuelle politische Situation in Deutschland und in Europa historisch zu erklären.
9.4.1 Der Prozess der Wiedervereinigung
- Ursachen des Zusammenbruchs der DDR: ökonomische Krise, Massenflucht, Bürgerrechtsbewegung, Mauerfall
- die Großmächte und der Zusammenbruch der DDR
- Phasen der Wiedervereinigung: vom Mauerfall 9. November 1989
zu den innerdeutschen und internationalen Verträgen von 1990; 3. Oktober 1990
9.4.2 Der Fortgang der Einigung Europas
- Ausbau der politischen und wirtschaftlichen Union
- Chancen und Probleme der Osterweiterung
Erdkunde
9.5 Eine Welt KR 9.3.2, EvR 9.5, Eth 9.3.3
Die Schüler gewinnen einen Einblick in die Lage der
Entwicklungsländer und lernen wesentliche Merkmale und Probleme kennen. Die
Auseinandersetzung mit einer ausgewählten Industriemacht lässt die Schüler die
Besonderheiten einer Industrienation erkennen. Die USA sollen die Schüler als führende
politische, wirtschaftliche und technologische Macht unserer Erde kennen lernen. An
ausgewählten Beispielen sollen sie die gegenseitigen Abhängigkeiten von Industrie- und
Entwicklungsländern erfassen und sich die Notwendigkeit der Förderung zur
Eigenentwicklung der Entwicklungsländer bewusst machen.
9.5.1 Entwicklungsländer
- Kennzeichen; Raumbeispiele Mali oder Peru oder Bangladesch
- Lage und naturgeographische Gegebenheiten eines Landes;
wirtschaftliche Möglichkeiten
9.5.2 Industrieländer
- USA
- Kennzeichen eines Industrielandes
- die wichtigsten Industrieländer der Erde
9.5.3 Beziehungen zwischen Entwicklungs- und Industrieländern
- Vergleich, z. B. Energieverbrauch, Rohstoffverbrauch Ph/Ch/B 9.5.1, 9.6.2
- Handel, Entwicklungshilfe KR 9.1.2
- Ferntourismus
Sozialkunde
9.6 Friedensbemühungen in der Weltpolitik der Gegenwart
Am Beispiel einer aktuellen Krise setzen sich die Schüler mit
Fragen der Weltpolitik auseinander. Zuerst sollen sie die historischen Ursachen der Krise
recherchieren, um ihre vielschichtige Problematik zu begreifen. Sie befassen sich mit den
Möglichkeiten und Grenzen der nationalen und internationalen Friedenssicherung in diesem
Konfliktfall und lernen die weltweiten Friedensbemühungen der Staatengemeinschaft kennen.
Dabei wird ihnen bewusst, dass bei einer Konfliktregelung versucht werden muss, alle
beteiligten Interessen in Einklang zu bringen und dass der Friede ständig gesichert
werden muss. In diesem Zusammenhang beschäftigen sie sich mit Auftrag und Aufgaben der
Bundeswehr.
G 9.6.1 Ein aktueller Krisenherd im Lichte seiner historischen Dimension EvR 9.3.1
- Ursachen der Krise
- Verlauf und Auswirkungen
- mögliche Lösungsstrategien
9.6.2 Internationale Strategien zur Krisenbewältigung und Möglichkeiten zur Friedenssicherung
- diplomatische Aktivitäten
- UNO 1945; ihre Bedeutung für den Frieden und die Zusammenarbeit der Staaten
- Aufrüstung oder Abrüstung
- KSZE/OSZE
- militärische Einsätze, z. B. NATO, UN-Blauhelmmissionen und UN-Kampfeinsätze, Eingreiftruppe der EU
- internationale Zusammenarbeit, z. B. kulturell, sportlich,
wirtschaftlich; Hilfsprogramme, z. B. Unicef, Entwicklungshilfe
9.6.3 Bundeswehr und Friedenssicherung
- Auftrag der Bundeswehr; Art. 87 a GG
- Bundeswehr in der Diskussion, z. B. Wehrdienst (Art.12 a GG) oder
Zivildienst (Art. 4 GG) EvR 9.3.3; allgemeine Wehrpflicht
oder Berufsarmee; soziales Pflichtjahr für Frauen; Einsätze der Bundeswehr out of area
Fächerübergreifende Bildungsaufgabe
9.7 Der Islam
Die Schüler erfassen die Bedeutung des Islam für Europa, indem sie die Ausdehnung islamischer Reiche im Mittelmeerraum erkunden, Konflikte zwischen der islamischen Welt und dem Abendland kennen lernen und Spuren des islamischen Einflusses auf die europäische Kultur entdecken. Zurückkehrend in die Gegenwart sollen die Schüler das Leben in einem islamischen Land kennen lernen. Durch Einblicke in andere Kulturen und deren Geschichte kann es gelingen, kulturelle Identität zu stärken und Vorurteile abzubauen. Jeder kann sensibilisiert werden, die eigene Kultur zu bejahen, andere Lebensgewohnheiten zu tolerieren und die Kultur des anderen anzuerkennen.
Zum Thema Islam bringen die Schüler Vorwissen aus G/Sk/Ek der
Jahrgangsstufe 6 und KR, EvR, Eth der Jahrgangsstufe 7 mit.
9.7.1 Der Islam im Mittelmeerraum
- räumliche und zeitliche Ausdehnung
- politische, wirtschaftliche und kulturelle Kontakte aus
abendländischer und morgenländischer Sicht
9.7.2 Strukturen und Lebensformen im Islam
- an einem ausgewählten, aktuellen Beispiel die politische,
gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation erschließen und Lebensverhältnisse
aufzeigen und abwägen
9.7.3 Europa und der Islam
- Mitbürger islamischen Glaubens in Deutschland
- Zusammenleben: Probleme und Chancen
Erdkunde
9.8 Menschen aus anderen Herkunftsländern KR 9.1.2, E 9.2.2
Die Schüler informieren sich darüber, woher die meisten
ausländischen Mitbürger stammen und was die häufigsten Ursachen für das Verlassen des
Heimatlandes sind. Sie erfahren, dass in früheren Zeiten auch viele Deutsche ihre Heimat
verließen. Die Schüler sollen versuchen, sich die möglichen Probleme der Migranten
vorzustellen. Sie suchen nach den Ursachen, die zu Ablehnung der Fremden durch die
einheimische Bevölkerung führen. Sie stellen fest, welche politischen und
gesellschaftlichen Möglichkeiten es für ein friedfertiges Zusammenleben gibt.
9.8.1 Ursachen von Migrationsbewegungen
- Deutsche im Ausland; geschichtliche Beispiele für die Auswanderung Deutscher
- Fremde in Deutschland: soziale Lebensverhältnisse der
Herkunftsländer
9.8.2 Eingliederungsprobleme
- persönliche und gesellschaftliche Faktoren
- besondere Schwierigkeiten für Frauen
- Kinder und Jugendliche: ein Leben zwischen oder in zwei Welten
Sk 9.8.3 Möglichkeiten für ein friedfertiges Zusammenleben Eth 9.3.3
- politische Maßnahmen und Möglichkeiten, z. B. Asylrecht im Grundgesetz, Genfer Flüchtlingskonvention, gezielte Entwicklungshilfe, Begrenzung der Migration, kommunales Wahlrecht für Ausländer
- Hilfsorganisationen
- der Beitrag der Schule Sport (Jahrgangsstufe 9) (Teil I: Basissportunterricht)
9.1 Gesundheit ( Fairness, Kooperation;
Umwelt; Leisten, Gestalten, Spielen) Eth 9.3.1
Die Schüler erwerben auf der Basis von Erfahrungen, Kenntnissen und Einsichten
hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen Gesundheitssport, allgemeinem Wohlbefinden und
Lebensqualität eine schulzeitüberdauernde Motivation für einen gesundheits- und
bewegungsorientierten Lebensstil und sind dadurch in der Lage, eigenverantwortlich und
selbstständig zur Bewahrung ihrer Gesundheit beizutragen.
9.1.1 Gesundheitsorientierte Fitnessfaktoren ( z. B. Leichtathletik, Schwimmen)
- allgemeine Ausdauer (aerob): Grundkenntnisse über die aerobe Ausdauer im Zusammenhang mit spezifischen Körperreaktionen erwerben (z. B. Puls- und Atemfrequenz), verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit im aeroben Ausdauerbereich kennen lernen und zunehmend selbstständig erproben (z. B. extensives Intervalltraining, Dauermethode,) den Wert regelmäßigen Ausdauertrainings für Gesundheit und Wohlbefinden erkennen, den Zusammenhang zwischen Belastung und Erholung beachten (z. B. lohnende Pause), verschiedene aerobe Belastungsmöglichkeiten mit Geräten und Musik kennen lernen (z. B. Aerobic, Rope-Skipping)
- Kraftausdauer: grundlegende Kenntnisse über das Krafttraining mit Geräten und ohne erwerben, den Wert der Kraftausdauer für Gesundheit und Wohlbefinden erkennen
- Beweglichkeit: die Bedeutung des Dehnens für den aktiven und passiven
Bewegungsapparat erfahren (z. B. Verletzungsvorbeugung, Zusammenhang zwischen verkürzter
Muskulatur und eingeschränkter Beweglichkeit, Entspannungsübungen nach sportlicher
Belastung), die eigene Körperhaltung einschätzen und durch gezielte Kraftausdauer- und
Beweglichkeitsübungen beeinflussen
9.1.2 Bewegungserleben, Gewandtheit, Kreativität ( Leisten, Gestalten, Spielen)
- Gewandtheitsübungen, kreative und gestalterische Aufgaben als Ergänzung und Ausgleich zu den Alltagsbewegungen erfahren sowie als Möglichkeit des nonverbalen Ausdrucks kennen lernen (vgl. Tanz)
- Anregungen annehmen, sich auch außerhalb des Sports und der Schule kreativen und
gestalterischen Aufgaben zu widmen (z. B. Projekt,
Freizeitgestaltung)
9.1.3 Körpergefühl, Körperbewusstsein, Entspannungsfähigkeit Mu 9.2.2, Ph/Ch/B 9.2.1
- die Reaktionen des Körpers bei verschiedenen Belastungs- und Entspannungsformen bewusst werden lassen
- die erlernten Methoden der Entspannung individuell anwenden
9.1.4 Sicherheit Ph/Ch/B 9.2.1
- Gesundheitsrisiken (z. B. bei und nach Infektionskrankheiten) und Unfallgefahren im Sport selbstständig erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen (z. B. sich selbstständig aufwärmen)
- Hilfsmittel ergänzend einsetzen (z. B. Gelenkschützer)
- Auswirkungen von Suchtmitteln (z. B. Nikotin, Alkohol, Drogen) auf Gesundheit und
Sport erkennen
9.1.5 Hygiene und Ernährung
- die Hygienemaßnahmen der Jahrgangsstufen 5 mit 8 selbstständig anwenden
- Kenntnisse und Einsichten über ausgewogene Ernährung vertiefen und Bereitschaft zur Anwendung über die Schulzeit hinaus entwickeln
- Ernährungstrends (Diätvorschläge) sowie sportbezogene Zusatzernährung
(Elektrolytgetränke, Eiweißpräparate) kritisch analysieren
9.2 Fairness, Kooperation ( Gesundheit; Umwelt; Leisten, Gestalten, Spielen)
Die Schüler lernen verstehen, dass für eine zufrieden stellende sportliche
Betätigung in Freizeit, Schule und Verein, mit Partner und in der Gruppe, das Einhalten
von Regeln, das Annehmen und Verstehen des Partners und das zeitweilige Zurücknehmen der
eigenen Interessen wesentliche Voraussetzungen sind. Auf der Grundlage der bisher
erworbenen Sozialerfahrungen sollen Fairness und Kooperationsbereitschaft im schulischen
und außerschulischen Sport zur grundsätzlichen Haltung werden.
9.2.1 Regelgeleitetes Handeln ( Sportspiele) Eth 9.3.1, 9.5.1
- Verständnis für die Hintergründe eines Regelverstoßes entwickeln (z. B. Regelverstöße aus Versehen, technischem Unvermögen, Rücksichtslosigkeit, Intoleranz)
- Aufgaben bei der selbstständigen Organisation und Leitung von Spielen, Klassenwettbewerben und Turnieren übernehmen
- im Hinblick auf die Zeit nach der Schule auch ohne Schiedsrichter fair spielen und ohne Kampfrichter ehrlich bleiben
- den Leistungssport im Hinblick auf faires Handeln kritisch untersuchen (z. B.
versteckte Fouls)
9.2.2 Handeln in der Gemeinschaft HsB 9.4
- positive Gemeinschaftserlebnisse im Kleinen wie im Großen erfahren (z. B.
Kennenlern-Spiele, Gruppenauftritt) und mit konkurrierenden Interessen umgehen lernen (z.
B. sich in ein Gemeinschaftsvorhaben einordnen)
9.2.3 Sichern, Unterstützen, Helfen EvR 9.4.3
- Hilfe gewähren und zulassen, sich der eigenen Hilfsbedürftigkeit und der des Partner bewusst werden
- für übertragene Aufgaben Verantwortungsgefühl entwickeln
9.3 Umwelt ( Gesundheit; Fairness, Kooperation; Leisten, Gestalten, Spielen)
Die Schüler erleben aufgrund ihrer zunehmenden Mobilität und der damit einhergehenden
Zunahme an sportlichen Bewegungsgelegenheiten das Spannungsverhältnis zwischen
individueller Freiheit und der Notwendigkeit zur Rücksichtnahme auf Umweltbelange. Sie
lernen, auch im Hinblick auf die Zeit nach der Schule, Konflikte zwischen persönlichen
sportlichen Bedürfnissen und den Belangen der Umwelt bewusst zu unterscheiden. Mit dem
Bewusstsein der Wirkung individueller Handlungen auf die Umwelt soll die Bereitschaft
wachsen, sich auch in Zukunft verantwortungsvoll sportlich zu betätigen. Eth 9.3.2
9.3.1 Beziehungen und Konflikte
- die Notwendigkeit einer gesunden Umwelt für gesundheitsförderndes Sporttreiben
erfahren (z. B. die Bedeutung einer reinen Luft für das Joggen)
9.3.2 Verantwortung und Handeln ( Projekte)
- umweltschonende sportliche Freizeitaktivitäten erproben
9.4 Leisten, Gestalten, Spielen ( Gesundheit; Fairness, Kooperation; Umwelt)
Beim Leisten erweitern die Schüler ihre Kenntnisse über die
Methoden des Ausdauer- und Krafttrainings. Sie lernen, die persönliche Belastbarkeit
einzuschätzen und die eigenen Leistungsvoraussetzungen zielgerichtet einzusetzen, um auch
im außerschulischen Bereich Sport vernünftig und den Verhältnissen angemessen betreiben
zu können. Durch die Beteiligung an der Vorbereitung und der Durchführung von
Leistungsvergleichen und Wettkämpfen erwerben sie ein Interesse an differenzierter
sportlicher Betätigung, das sie auch über die Schule hinaus begleitet. Beim Gestalten
stellen die Schüler unter Anleitung rhythmische Bewegungsabläufe zusammen, nehmen
rhythmische Strukturen wahr und setzen diese in Bewegungen und Ausdrucksformen um. Sie
stellen selbst erfundene Bewegungsabläufe dar, erweitern ihr Repertoire an
Bewegungskunststücken (z. B. Partnerakrobatik, Bewegungstheater). Beim Spielen
wird den Schülern bewusst, dass die Verbesserung der individuellen technischen
Fertigkeiten und taktischen Fähigkeiten eine Grundlage für die Verbesserung der
Spielfähigkeit in den Sportspielen ist. Die Schüler erleben unterschiedliche Spiele
unter verschiedenen Sinngebungen (z. B. Leistung oder Geselligkeit) und werden sich des
Zusammenhangs zwischen Sinngebung und Spielregeln bewusst. Die Schüler lernen darüber
hinaus, Spiele selbstständig zu organisieren sowie Spiel- und Sportfeste der Schule
mitzugestalten.
Der Lernbereich Leisten, Gestalten, Spielen ist wie folgt gegliedert:
| 2 Sportarten: 1 Individualsportart 1 Mannschaftssportart |
Freizeitorientierter Sport (9.4.7) |
Projekt (9.4.8) |
Die Lehrer wählen - je nach Interesse der Schüler und in Abstimmung auf schulische Gegebenheiten - eine Individualsportart (Gymnastik und Tanz oder Leichtathletik oder Schwimmen oder Turnen an Geräten) und eine Mannschaftssportart (Basketball oder Handball oder Fußball oder Volleyball) aus.
Für diese beiden Sportarten sind mindestens je 10, das heißt, insgesamt mindestens 20 Unterrichtsstunden vorzusehen.
In der verbleibenden Zeit sind Ziele und Inhalte des freizeitorientierten Sports
(9.4.7) durchzuführen. Zusätzlich soll während des Schuljahres mit den Schülern ein
Projekt (9.4.8) erarbeitet werden.
Darüber hinaus kann bei Bedarf im Rahmen des pädagogischen Freiraums eine Auswahl der
Ziele und Inhalte der übrigen Sportarten des Basissportunterrichts angeboten werden.
9.4.1 Gymnastik und Tanz ( Mu 9.1.1, 9.1.2, 9.2.2, DSU Bewegungskünste)
Es wird empfohlen, die Tänze entsprechend der nach Geschlechtern getrennten Sportklassen auszuwählen. Sind die organisatorischen Voraussetzungen (z. B. Parallelunterricht verschiedener Sportklassen gleicher Jahrgangsstufe) vorhanden, kann Tanz auch im Basissportunterricht koedukativ unterrichtet werden.
Technik und Leistung:
- eine einfache Komposition aus den Grundformen und mit einem Handgerät auch nach Musik eigenständig entwickeln
- tänzerische Techniken (Schritte, Drehungen, Sprünge und Bodenelemente) aus einem der Tanzbereiche Folkloretanz, ethnischer Tanz, Gesellschaftstanz oder künstlerischer Tanz vertiefen
- eine Tanzform auch selbstständig entwickeln und darstellen (Schwerpunkt: Improvisation, Komposition)
- individuelle Ausdrucksmöglichkeiten durch eigene Bewegungs- und Rhythmusvarianten mit Musik finden (z. B. Darstellen von Robotern) Mu 9.3.2
Theorie: kulturelle Hintergründe der durchgeführten Tänze erfahren
Technik und Leistung:
- einen leichtathletischen Mehrkampf, bestehend aus mindestens einer Lauf-, einer Sprung- und einer Wurf-/Stoßdisziplin mit entsprechenden leichtathletischen Trainingsmethoden vorbereiten und durchführen
Theorie: Wettkampfbestimmungen und Bewegungsbeschreibungen kennen lernen
Technik und Leistung:
- die Fertigkeiten in den erlernten Schwimmtechniken verbessern
- bisher erlernte Fertigkeiten des Rettungsschwimmens festigen
- Ausdauerschwimmen bis zu 30 Minuten in verschiedenen Schwimmtechniken
- Schwimmen nach Zeit
- den Erwerb der Schwimm- und Rettungsschwimmabzeichen anregen
Theorie: Wettkampfbestimmungen und Bewegungsbeschreibungen kennen lernen
Technik, Taktik und Leistung:
Die in den Jahrgangsstufen 5 mit 8 erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten in mindestens einem gewählten Sportspiel anwenden und erweitern (Technik, Taktik, Spielfähigkeit):
- Fußball: Flankenbälle und deren Verwertung, Finten, Verhalten in taktischen Standardsituationen, Einführung in ein Spielsystem
- Handball: Fallwurf, Sprungwurf, Raumdeckung (z. B. 6:0), Kreuzen, Übergeben/Übernehmen
- Basketball: Rebound, Finten, Mann- und Zonendeckung, Fast-Break, Sprungwurf, Korbleger
- Volleyball: Tennisaufschlag, Lob, Angriffsschlag, Abwehrbagger, Block, vom Spiel 4:4 (kleines Feld) zum Großfeldspiel 6:6 mit entsprechenden Annahme- und Abwehrformationen hinführen
Theorie: Regelkenntnisse, Schiedsrichtertätigkeit, Einblick in Spielpositionen
9.4.5 Turnen an Geräten
Technik und Leistung:
Die in den Jahrgangsstufen 5 mit 8 erlernten turnerischen Fertigkeiten an drei gewählten Geräten festigen und jeweils zu einer dreiteiligen Übungsfolge verbinden
Theorie: Kenntnisse in Geräteaufbau und Gerätesicherung sowie im Helfen und
Sichern
Die Einzellehrpläne für Eislaufen, Rodeln, Skilaufen
befinden sich im Anschluss an den Lehrplan für die Jahrgangsstufe 10.
9.4.7 Freizeitorientierter Sport
Die jeweils sicherheitsrelevanten Aspekte sind bei allen Sportarten und -bereichen zu beachten.
- Aerobic, Rope-Skipping, Radfahren, Yoga, Fitnesstraining, Jogging oder Walking als lebensbegleitende Bereicherung erfahren
- Flossenschwimmen, Schnorcheltauchen, Wasserspringen, Spielformen im Wasser
- kleine Spiele, freizeitrelevante Spiele (z. B. Indiaca, Klettball, Spielformen mit dem Frisbee)
- ein Rückschlagspiel (z. B. Badminton, Tischtennis, Tennis) kennen lernen (sofern die erforderliche Sportausrüstung und Sportstätte vorhanden sind und der Lehrer eine entsprechende Ausbildung besitzt)
- Gleichgewichtsgefühl und Geschicklichkeit verbessern, auch mit alternativen
Geräten, z. B. Pedalo, Balancier-Kugel, Rhönrad, Einrad, Skateboard, Snakeboard,
Inlineskates (sofern die Ausrüstung vorhanden ist)
9.4.8 Verknüpfung der Lernbereiche Mu
9.3.2
Projekte sind geeignet, die Lernbereiche sinnvoll miteinander zu verknüpfen und dabei die Sportarten und Sportbereiche zielgerichtet zu integrieren. Darüber hinaus motivieren sie die Schüler zu selbstständiger sportlicher Betätigung nach der Schulzeit. Im Lauf des Schuljahres soll ein Projekt durchgeführt werden, eventuell auch unter Einbeziehung des differenzierten Sportunterrichts, wobei eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen (z. B. Ph/Ch/B, Mu, Ku, D) anzustreben ist.
Über den thematischen Schwerpunkt des Projekts, über den Zeitpunkt, die Gestaltung und Dauer entscheidet der in der Klasse unterrichtende Sportlehrer in Absprache mit dem Klassenlehrer und mit den Schülern. Die folgenden Vorschläge sollen dafür Anregung geben:
- Bedeutung der Selbst- und Fremdrettung erfahren (Wasserrettungsorganisationen kennen lernen und Rettungsschwimmabzeichen erwerben)
- Auseinandersetzung mit örtlichen Sportangeboten (Fitnesscenter; Fitnessparcour; Sportverein, z. B. Schützenverein, Kegelverein)
- Choreographie in einem Tanzbereich oder aus einer Mischung verschiedener Tanzbereiche (Jazz, Rock 'n' Roll) erarbeiten und darbieten Musik (Jahrgangsstufe 9)
Die Lehrer haben die Möglichkeit, nach den gegebenen Voraussetzungen bei den
Spiegelstrichen Schwerpunkte zu setzen. Wenigstens ein Thema sollte in der Art eines
Projekts behandelt werden, das den Schülern größere Freiräume in der Planung und
Durchführung lässt und mit einer Präsentation des Ergebnisses abschließt.
9.1 Rhythmus - gestaltete Zeit
Die Schüler sollen im eigenen Tun und im hörenden Nachvollziehen verschiedene
Ausprägungen von Rhythmus als Mittel der Zeitgestaltung kennen lernen. Aufbauend auf
elementaren Kenntnissen und Fertigkeiten erwerben sie praktische Erfahrungen im Spiel von
Rhythmusinstrumenten in verschiedenen Musikstilen. In Gestaltungsversuchen, in die sie
auch Bewegung einbeziehen, lernen sie sich mit rhythmischen Mitteln auszudrücken. Beim
konzentrierten Hören von rhythmisch geprägter Musik unterschiedlicher Herkunft sollen
sie Offenheit und Interesse auch für Ungewohntes entwickeln.
9.1.1 Rhythmus als Grundelement der Musik
- elementare Übungen mit Körperinstrumenten und einfachen Rhythmusinstrumenten, Verbindung mit Bewegung S 9.4.1
- wichtige Grundbegriffe im Zusammenhang mit praktischer Betätigung (z. B. Metrum, "beat", Takt, Synkope, "off-beat")
- ungewöhnliche Rhythmen in Liedern (z. B. asymmetrische Taktarten)
- Rhythmus als Ausdrucksmittel erproben (z. B. Trommeldialoge, Entwicklung einer
Trommelsprache)
9.1.2 Rhythmus in der Pop- und Rockmusik
- Erlernen von Grundmustern am Drumset
- Kennenlernen und Einsetzen ausgewählter Percussionsinstrumente
- Singen und Musizieren eines Popsongs unter besonderer Betonung des rhythmischen Elements, Einbezug von rhythmischer Improvisation, Verbindung mit Tanz E 9.2.1, 9.2.3, S 9.4.1
- Vergleichen von Hörbeispielen, Wirkungen des Rhythmus im Zusammenhang mit
Lautstärke und Bewegung beschreiben
9.1.3 Rhythmus in einer außereuropäischen Musikkultur (z. B. aus Schwarzafrika, Südamerika oder Indien)
- Kennenlernen von Rhythmusinstrumenten, ggf. Bau von Trommeln WTG 9.2, 9.3
- Erproben grundlegender Spieltechniken nach den gegebenen Möglichkeiten (z. B. auf Bongos oder Congas)
- Hören und Besprechen ausgewählter Tonbeispiele, Feststellen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu vertrauten rhythmischen Gestalten (z. B. additiver Rhythmus)
- nach Möglichkeit Einladung eines Musikers, Besuch eines Konzertes
9.1.4 Rhythmus als Gestaltungsmittel in der neuen Musik Ku 9.3
- Hören und Besprechen von Beispielen besonderer rhythmischer Ausprägung (z. B. Strawinsky, Sacre; Ives, Putnams Camp; Reich, Piano Phase)
- Hören, Besprechen und ggf. Realisieren von Werken oder Werkausschnitten, die nur für Schlaginstrumente komponiert sind (z. B. Reich, Drumming; Liebermann/Fink, Les Echanges)
- Gestaltungsversuch: ein musikalischer Ablauf aus unterschiedlichen rhythmischen
Strukturen (arbeitsteilige Entwicklung, Einstudierung, Präsentation)
9.2 Musik als Weg zum Unbewussten
Die Schüler setzen sich mit verschiedenen Möglichkeiten auseinander, mit Hilfe von
Musik tiefere Schichten des menschlichen Bewusstseins anzusprechen. Sie lernen, sich zu
entspannen und erfahren beim Hören und in Gestaltungsversuchen Zusammenhänge zwischen
Musik und Meditation. Sie erhalten Informationen über heilende Wirkungen von Musik.
9.2.1 Physische und psychische Wirkungsweisen von Musik
- Erproben der Wirksamkeit von Entspannungsübungen, z. B. über die Kontrolle des Atems
- ggf. Übungen zur Suggestopädie im Zusammenhang mit anderen Fächern
- ggf. Informationen über die Wirkung von Subliminals
- Gespräch über Möglichkeiten der Beeinflussung durch Musik, Thematisieren von
Erfahrungen der Schüler
- Hören von Beispielen meditativer Musik in entspannter Sitzhaltung oder im Liegen
- eigene Gestaltungsversuche mit meditativer Musik (z. B. meditative Minimal Music)
- nach Möglichkeit Erproben meditativer Techniken (z. B. Sitzhaltung, Atemkontrolle, Konzentration auf ein "Mantra"), Einbezug geeigneter Musikbeispiele
- ggf. meditatives Tanzen S 9.1.3, 9.4.1
- Sammeln und Auswerten von Informationen über den Einsatz von Musik in der Therapie (aktive und rezeptive Musiktherapie)
- nach Möglichkeit Gespräch mit einem praktizierenden Musiktherapeuten HsB 9.4
9.3 Musik und Medien - Videoclip, Filmmusik
Die Schüler sollen sich darüber klar werden, in welchem Ausmaß durch Medien
vermittelte Musik ihren Alltag prägt und welche Möglichkeiten und Gefahren damit
verbunden sind. In einem Projekt gestalten sie selbst einen Videoclip oder eine Filmszene
mit Musik und lernen dabei Bedingungen und Möglichkeiten des kreativen Umgangs mit den
jeweiligen Medien kennen.
9.3.1 Musikalische Medienlandschaft
- Zusammenstellen und Besprechen von Beispielen medialer Musikvermittlung (Rundfunk, Tonträger, Fernsehen, Computer u. a.)
- Informationen über neue Möglichkeiten durch technische Weiterentwicklungen (z. B. Computeranimationen) Inf 9.4.3
- aufmerksam machen auf Gefahren (z. B. Hörschäden bei zu großer Lautstärke)
9.3.2 Filmmusik oder Videoclip (zur Auswahl) Ku 9.5
- reflektierende Auseinandersetzung mit dem gewählten Medium, z. B. Analysieren von Videoclips nach selbst entwickelten Kriterien KR 9.5.1, D 9.2.4
- eigene Gestaltun